Vermieter reißt Haus mit Bagger ab – während der Mieter noch drin ist

Ortsvorsteher: Hausabriss in Michelbach war ein Mordversuch!

Michelbachs Ortsvorsteher Alfred Mertes. Im Hintergrund das halb eingerissene und dadurch unbewohnbare Haus.
Michelbachs Ortsvorsteher Alfred Mertes. Im Hintergrund das halb eingerissene und dadurch unbewohnbare Haus.

01. Februar 2021 - 20:30 Uhr

Gerolstein: Haus ist nicht mehr bewohnbar

Was ist in dem Mann nur vorgegangen? Ein Vermieter im Gerolsteiner Stadtteil Michelbach hat ein Haus mit einem Bagger teilweise abgerissen und damit unbewohnbar gemacht – während sich der Mieter in dem Haus aufhielt. Der Mann wurde nicht verletzt. Die Geschichte ist jetzt ein Fall für die Justiz, doch Michelbachs Ortsvorsteher Alfred Mertes übt schwere Kritik an der Polizei. Er kann nicht verstehen, dass Vermieter Klaus D. noch auf freiem Fuß ist, denn für Mertes steht fest: "Das war ein Mordversuch!"

Vermieter Klaus D. gilt nicht gerade als friedlich

Mertes kennt Mieter und Vermieter, berichtet von einem Streit, der seit mindestens einem halben Jahr schwele. Dabei gehe es um "harmlosere Sachen", unter anderem um Hausfriedensbruch. Aber angesichts der jetzigen Eskalation spiele das seiner Ansicht nach keine Rolle. "Ich kann es nicht für gutheißen, dass ein Vermieter hingeht und anfängt, das Haus abzureißen, während der Mieter noch drin ist. Das ist für mich ganz klar ein Mordversuch und das sollte auch so geahndet werden", sagt er unmissverständlich.

Ortsvorsteher Mertes sagt, dass die Menschen in Michelbach auf Seite von Frank M. stünden. Klaus D. habe schon häufiger Streit angefangen und sich mit "den Leuten hier angelegt."

Vermieter Klaus D. hat ein Haus mit einem Bagger teilweise abgerissen und damit unbewohnbar gemacht.
Vermieter Klaus D. hat ein Haus mit einem Bagger teilweise abgerissen und damit unbewohnbar gemacht.

Was D. jetzt getan habe, sei eine "große Frechheit und Sauerei." Mertes verstehe auch die Polizei in Gerolstein nicht, sagt er. Er habe sich erkundigt, warum sie Klaus D. nicht festgenommen habe. Schließlich sei die rücksichtslose Aktion ein "Angriff auf das Leben des Herrn M." gewesen.

Die Polizei habe ihm jedoch keine Auskünfte erteilen wollen und an die Staatsanwaltschaft Trier verwiesen. Seitens der Behörde gibt es noch keine offizielle Stellungnahme zu dem Vorfall.