Drama im Frankfurter Hauptbahnhof

Kind vor ICE gestoßen: Hier sollen sich Zeugen der Attacke melden

31. Juli 2019 - 12:02 Uhr

Mutter konnte sich gerade noch retten

Nach der tödlichen Attacke am Frankfurter Hauptbahnhof bittet die Polizei weiter um Hinweise. Ein Mann hatte einen achtjährigen Jungen und seine Mutter auf Gleis 7 vor einen einfahrenden ICE gestoßen. Die 40-Jährige konnte sich gerade noch retten. Das Kind starb. Der Täter versuchte auch noch, eine weitere Person zu schubsen. Doch das misslang. Nun versucht die Polizei, genau zu rekonstruieren, was im Bahnhof passierte.

Polizei bittet dringend um Hinweise, Fotos und Videos

Attacke im Frankfurter Hauptbahnhof
Ein Mann hat im Frankfurter Hauptbahnhof einen Jungen und seine Mutter vor einen einfahrenden Zug gestoßen.
© dpa, Andreas Arnold, arn wok

Jeder, der Hinweise zur Tat oder zum mutmaßlichen Täter hat, wird gebeten, sich bei der Polizei zu melden – entweder unter der Telefonnummer 069/755-51199 oder unter hinweise-hauptbahnhof@polizei-hinweise.de. Die Ermittler richteten auch eine spezielle Internetseite ein, auf der Zeugen Fotos und Videos hochladen können.

Noch immer ist unklar, warum der 40 Jahre alte Tatverdächtige die Frau und den Jungen ins Gleisbett stieß. Er kannte seine Opfer nicht. Der Mann mit eritreischer Staatsbürgerschaft wurde dank Passanten kurz nach der Attacke in der Nähe des Frankfurter Hauptbahnhofs festgenommen. Bislang hat er sich nicht zu dem Fall geäußert, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Am 30. Juli soll er einem Haftrichter vorgeführt werden.

Psychologe Prof. Dr. Thomas Bliesener erklärte im RTL-Interview, was den Mann zu so einer Tat motiviert haben könnte.

Notfall-Nummer für Zeugen, die psychologische Hilfe brauchen

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt wegen eines Tötungsdelikts und wertet Videoaufnahmen aus. Auch die Mutter des getöteten Achtjährigen soll so bald wie möglich vernommen werden. Die Frau wird noch im Krankenhaus versorgt. Die Deutsche Bahn schaltete am Nachmittag eine Sonder-Telefonnummer zur psychologischen Betreuung für Zeugen des Vorfalls frei. Wer Hilfe braucht, kann sich unter der 0800/3-111-111 melden.

Die Gleise 4 bis 9 bleiben nach der Attacke Stundenlang gesperrt. Inzwischen sind alle Gleise aber wieder frei. Es kam zu Zugausfällen und Verspätungen, wie eine Sprecherin der Deutschen Bahn sagte. Der Frankfurter Hauptbahnhof gehört zu den größten Bahnhöfen in Deutschland und wird täglich von fast 500 000 Menschen besucht.

RTL-Reporterin Susanne Althoff saß zufällig mit im Zug. Im zweiten Video erzählt sie, wie sie den Unfall erlebt hat und wie die Evakuierung des Zuges ablief.