Regen und Kälte machen sich in Deutschland breit

Hat das nasskalte Wetter Auswirkungen auf Corona?

Die Tage sind verregnet und kühl
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16. Oktober 2020 - 16:17 Uhr

Der Oktober bringt die Wärme nicht mehr zurück

Von "Golden" irgendwie keine Spur, auch wenn wir Richtung Ende Oktober schauen. Das Wetter ist nasskalt, die Temperaturen sind kühl und die Sonne lässt sich nur selten mal blicken. Ein Grund nun, die meiste Zeit des Tages irgendwie drinnen zu verbringen, wo es warm und kuschelig ist. Aber hat das Wetter auch Auswirkungen auf den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie? Ja, sagt Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor Hygienezentrum Bioscientia.

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Lüftungsregeln einhalten

"Es ist natürlich das eingetreten, was wir befürchtet haben und auch schon lange kennen. In der nasskalten Jahreszeit gehe ich nicht mit Freunden in den Biergarten, sondern sitze in der Ecke gemütlich mit Freunden in einer Bar. Durch die Kälte draußen ist der Luftaustausch viel weniger als in der frischen Luft", so Dr. Zinn. Ein Heimspiel also für Viren aller Art – auch für das Coronavirus. Dr. Zinn hält es für sehr wichtig, die Lüftungsregeln jetzt einzuhalten um es den Viren so schwerer zu machen sich zu verbreiten.

Wo sich Menschen am häufigsten mit Corona anstecken, erfahren Sie hier.

Viren mögen keine prallen Sonne

"Viren mögen keine UV-Strahlung. Und in der prallen Sonne im Sommer sind Viren daher wesentlich weniger überlebensfähig als in geschlossenen Räumen. Ist die Luft sehr, sehr trocken, können Viren länger auf Oberflächen überleben. Wenn dann auch noch die UV-Strahlung und der Verdünnungseffekt fehlt, können Coronaviren bis zu 72 Stunden auf Oberflächen lebensfähig sein", so Dr. Zinn. Warm und feucht ist also ideal, aber schützt auch nicht hundertprozentig vor dem Virus. Derzeit ist es kalt und trockene Heizungsluft tut ihr Übriges, das Viren sich wohlfühlen. Daher bleibt das Tragen von Masken und regelmäßiges Lüften umso wichtiger.

Trotz Kälte richtig Lüften - so geht`s

Die wichtigsten Tipps für frische Luft:

  1. Stoßlüften: Fenster komplett öffnen und im besten Fall auch eine Tür öffnen, damit richtiger Durchzug entsteht. Ein Fenster auf Kipp reicht nicht aus!
  2. Regelmäßig Lüften: einmal pro Stunde mindestens ein Fenster für 3 Minuten öffnen, Klassenzimmer oder Büroräume sollten je nach Personenanzahl sogar alle 20 Minuten gelüftet werden.
  3. Klimaanlagen ersetzen das Lüften nicht: Auch wenn es eine Klimaanlage im Raum gibt, sollte trotzdem regelmäßig ein Fenster geöffnet werden.