Das steckt hinter der häufigen Autoimmunkrankheit

Hashimoto-Thyreoiditis: Sind Sie nur müde oder krank?

25. Juli 2019 - 17:57 Uhr

Hashimoto-Thyreoiditis ist oft der Grund für Müdigkeit

Müde, antriebslos und ein paar Kilogramm mehr auf den Hüften als sonst? Das muss nicht an zu wenig Schlaf oder falscher Ernährung liegen. Häufig liegt die Ursache dafür in einer Schilddrüsenentzündung namens Hashimoto-Thyreoiditis. Aber was genau steuert die Schilddrüse eigentlich nochmal? Die Antwort darauf gibt es im Video.

Immer mehr Menschen leiden an Hashimoto-Thyreoiditis

Hashimoto-Thyreoiditis flammt häufig im Frühjahr auf, wenn sich das Immunsystem umstellt, Infekte bekämpft oder auf Pollen reagiert, so Professor Detlef Moka, Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Nuklearmediziner e.V. im Gespräch mit der 'Ärzte-Zeitung'.

Um die Schilddrüse der Deutschen scheint es schlecht gestellt zu sein, denn immer mehr Menschen leiden an der Erkrankung. Hashimoto-Thyreoiditis ist die häufigste Autoimmunerkrankung. Das Immunsystem, das Menschen vor Fremdstoffen schützen soll, fängt an, körpereigene Strukturen anzugreifen. In 80 Prozent der Fälle sind Frauen im Alter zwischen 40 und 50 Jahren davon betroffen.

Diese Art der Schilddrüsenentzündung kann auch durch eine Schwangerschaft hervorgerufen werden – wie zuletzt zum Beispiel bei Prinzessin Elna-Margret zu Bentheim und Steinfurt.

Hashimoto-Thyreoiditis kann das Leben des Betroffenen stark beeinflussen.
Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Erkrankung der Schilddrüse, die nicht heilbar ist.

Erst Über- dann Unterfunktion

Bei Hashimoto attackiert das Immunsystem aus bisher unerforschten Gründen das eigene Schilddrüsengewebe und zerstört es allmählich. Die daraus entstandene Entzündung produziert zunächst eine Überfunktion. In Folge sinkt die Produktion der Schilddrüsenhormone, was schließlich zu einer Unterfunktion führt. Entdeckt wurde die Erkrankung 1912 von dem japanischen Arzt Hakaru Hashimoto, nach dem sie auch benannt wurde.

Im Video erklären wir, was eine Schilddrüsenunterfunktion ist.

Hashimoto-Thyreoiditis: Diagnose und Behandlung

Der Krankheitsverlauf von Hashimoto-Thyreoiditis unterscheidet sich von Patient zu Patient. Manche Betroffene kommen mit der Erkrankung besser zurecht und haben kaum Probleme, andere wiederum sind durch die Erkrankung stark eingeschränkt. Außerdem verläuft Hashimoto in Schüben, wodurch sich die Symptome abwechseln. Das erschwert die Diagnose, da oftmals kein eindeutiges Krankheitsbild diagnostiziert werden kann.

Die Diagnose selbst wird mittels Ultraschalluntersuchung und Bluttest gestellt. Die Krankheit ist zwar nicht heilbar, aber sehr gut behandelbar. Betroffene müssen täglich Schilddrüsenpräparate einnehmen. Bei einer guten Einstellung, die durch regelmäßige Blutuntersuchungen kontrolliert wird, sind Patienten beschwerdefrei, so Moka. Um das Wohlbefinden noch zusätzlich zu verbessern, kann die Einnahme von Selen hilfreich sein. Das Spurenelement lindert die Entzündungsaktivitäten der Schilddrüse und balanciert das Immunsystem aus.