Hartz IV: Immer mehr Menschen müssen trotz Arbeit aufstocken

Hunderttausende Menschen in Deutschland sind trotz Job auf Grundsicherung angewiesen.
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28. September 2018 - 10:24 Uhr

Hunderttausende Aufstocker trotz Arbeit auf Grundsicherung angewiesen

Hartz IV trotz Job, das ist für immer mehr Menschen in Deutschland lebensnotwendig. Die Summe, die sogenannte Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften mit mindestens einem abhängigen Erwerbstätigen erhielten, übersprang im vergangenen Jahr die Zehn-Milliarden-Euro-Marke. Hunderttausende Aufstocker in Deutschland sind trotz Arbeit auf die Grundsicherung angewiesen. Das geht aus einer Statistik der Bundesagentur für Arbeit hervor, auf die die Linke im Bundestag aufmerksam machte.

Fast eine Million Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften

Eine Bedarfsgemeinschaft umfasst die engsten Familienmitglieder in einem Haushalt, für die das Arbeitslosengeld II gemeinsam berechnet wird. Im Schnitt bekam so ein Haushalt 2017 pro Monat 849 Euro. Im vergangenen Jahr gab es im Schnitt 982.089 Bedarfsgemeinschaften mit mindestens einem abhängigen Erwerbstätigen, davon 362.303 mit mindestens einem ausschließlich geringfügig Beschäftigten.

Im Video sehen Sie das Fazit der RTL-Reporter Hanna Klouth und Daniel Spliethoff zum Themenmonat Leben mit Hartz IV.

"Die Gesellschaft subventioniert seit vielen Jahren Arbeitgeber, die Niedriglöhne zahlen"

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Sabine Zimmermann, sagte: "Die Gesellschaft subventioniert seit vielen Jahren Arbeitgeber, die Niedriglöhne zahlen oder ihren Beschäftigten nur Arbeitsverhältnisse in Teilzeit oder Minijobs anbieten, obwohl viele gerne länger arbeiten würden."

Die Bundesregierung treibe dadurch prekäre Beschäftigung voran, kritisierte die Abgeordnete. Der Mindestlohn müsse erhöht, systematische Niedriglohnbeschäftigung in Form von Leiharbeit unterbunden, Minijobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung überführt werden.


Quelle: DPA/RTL.de