"Hart aber fair": Plastikmangel könnte zum Problem werden

Virologe fürchtet Stopp von Coronavirus-Tests

Am Montag gab es die zweite Coronavirus-Erklärsendung von "Hart aber fair" (Archivbild).
© dpa, Horst Galuschka, hg sab kde alf

24. März 2020 - 8:14 Uhr

Bald keine Coronavirus-Tests mehr verfügbar?

Der Bonner Virologe Hendrick Streeck bangt um die Verfügbarkeit von Coronavirus-Tests – aufgrund von Materialproblemen: "Wir steuern auf einen Plastikwarenmangel zu." Es seien einfach zu wenige sterile Pipetten und Ähnliches vorhanden, um auf absehbare Zeit weiterhin umfassend testen zu können, erklärte er am Montagabend in der TV-Talkshow "Hart aber fair".

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Darüber wurde bei "Hart aber fair" diskutiert

Ein striktes Kontaktverbot und das Herunterfahren des öffentlichen Lebens schränken die persönliche Freiheit der Deutschen momentan massiv ein. Bei Frank Plasberg debattieren die Talkgäste am Montagabend über die Notwendigkeit der Maßnahmen – und wie lange diese auszuhalten sind.

Die Gäste und ihre wichtigsten Aussagen

  • Sabine Bätzing-Lichtenthäler, Gesundheitsministerin Rheinland-Pfalz: "Wir haben seit der letzten Pandemie 2009 Schutzausrüstung gekauft und bevorratet, aber wenn man mal durchrechnet, was an einem Tag so verbraucht wird, da waren Bund und Länder einfach nicht stark genug vorbereitet."
  • Stephan Pusch, Landrat des Corona-Landkreises Heinsdorf: "Ich möchte nicht in einer Gesellschaft leben, in der wir die Alten als Ballast der Gesellschaft sehen. […] Wir müssen alle durch diese Krise durch, egal ob jung oder alt."
  • Stefanie Büll, Intensivkrankenschwester aus Düsseldorf: "Ich möchte nicht in der Haut eines Arztes stecken, der entscheiden muss, ob ein Patient überleben darf oder nicht."
  • Heinrich Bedford-Strohm, oberster evangelischer Bischof in Deutschland: "Es ist jetzt wichtig für uns, die Bilder aus Italien zu sehen. […] Wir müssen den Tod neu kennenlernen."
  • Hendrik Streeck, Virologe: "Da gibt es das Problem der Kommunikation, denn je besser wir sind (bei der Eindämmung der Infektionskurve, Anm. d. Red.), desto länger wird sich das hinziehen (die Schutzmaßnahmen)."
  • Frank Bräutigam, ARD-Rechtsexperte: "Was wichtig zu wissen ist: Der Staat darf in solchen Zeiten eine ganze Menge."

Das Fazit

Die zweite Corona-Erklärsendung von "Hart aber fair" innerhalb von einer Woche, schon die dritte im März – und auch diesmal wurden die Zuschauer wieder gut informiert. Interessant zu beobachten: Während es in den vergangenen Wochen fast ausschließlich um Krisenbewältigung ging, wurden die harten Maßnahmen heute zum ersten Mal auch kritisch hinterfragt.