"Hart aber fair"

SPD-Europapolitiker schmäht von der Leyen

© dpa, Horst Galuschka, hg sab kde

11. Juli 2019 - 9:52 Uhr

Fiese Spitze gegen von der Leyen

Der SPD-Staatsminister für Europa ließ bei "Hart aber fair" kein gutes Haar an Ursula von der Leyen: "Sail away" wünschte Michael Roth der Bundesverteidigungsministerin als Titelsong, sollte von der Leyen tatsächlich die nächste EU-Kommissionspräsidentin werden. Hintergrund der fiesen Spitze ist der Skandal um das Segelschulschiff "Gorch Fock", der von der Leyen schon seit Monaten um die Ohren fliegt: Bei der Instandsetzung des Schiffs reiht sich Panne an Panne, die Reparatur soll mittlerweile 135 Millionen Euro kosten - statt zehn, wie ursprünglich geplant.

Darüber wurde diskutiert

"EU-Postengeschacher: Küngelei statt Wählerwille", lautete der Titel der Polittalksendung. Thema war natürlich die vieldiskutierte Entscheidung der europäischen Staats- und Regierungschefs, die designierten Spitzenkandidaten zu ignorieren und sich stattdessen in Hinterzimmerdeals für Ursula von der Leyen zu entscheiden.

Die Gäste und ihre wichtigsten Aussagen

Michael Roth, SPD-Staatsminister für Europa: "Ich hätte es ja verstanden, wenn Timmermans mit dem Argument abgelehnt worden wäre, dass er ein Sozi ist. Aber dass er nicht Kommissionspräsident werden kann, weil er mit voller Überzeugung für Menschenrechte und Demokratie eintritt, das macht mich fassungslos."

Daniel Caspary (CDU), Unions-Vorsitzender im Europäischen Parlament: "Was nehmen sich eigentlich Staats- und Regierungschefs raus, die aufgestellten Spitzenkandidaten zu ignorieren? Dass der Bundespräsident einen Kanzlerkandidaten ablehnt ist doch auch unvorstellbar."

Ska Keller, Ko-Fraktionsvorsitzende der Grünen im Europaparlament: "Ich wähle nicht einfach eine Frau, nur weil sie eine Frau ist. Auch die Inhalte müssen stimmen."

Matthias Krupa, "Zeit"-Redakteur: "Alle Zeitungs- und Fernsehberichte zeigen, den allermeisten Wählern in den allermeisten Ländern sind die Spitzenkandidaten unbekannt gewesen. In Deutschland haben wir da eine besondere Sicht auf die Dinge, weil Weber eben ein Deutscher ist."

Thomas Freitag, Satiriker: "Das Volk wird die Demokratie nicht an die Wand fahren, sondern etablierte Politiker, die es versäumen, sie zu leben."

Das Fazit

Die alte Polittalkregel galt auch dieses Mal: Je unbekannter die Gäste, desto spannender die Diskussion. Und Europapolitiker sind nun mal vieles, nur bekannt sind sie eher selten.