"Hart aber fair" zur Flüchtlingskrise

"Sie betätigen sich als nützlicher Idiot Erdogans"

Bei "Hart aber fair" diskutierten die Gäste über Erdogan und die Flüchtlingskrise.
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11. März 2020 - 13:31 Uhr

Darüber wurde diskutiert: Tausende Flüchtlinge strömen nach Europa

Seit gut zwei Wochen strömen wieder Tausende Flüchtlinge von der Türkei nach Europa - oder versuchen es zumindest: Die griechischen Behörden treiben die Migranten mit aller Macht und unter dem Einsatz von Gewalt zurück. Montagstalker Frank Plasberg will deshalb wissen: "Fluchtziel Europa: Was haben wir aus 2015 gelernt?"

"Bild"-Journalist: Erdogan löst bewusst neue Flüchtlingskrise aus

Der "Bild"-Journalist Ralf Schuler ist überzeugt, dass die neue Flüchtlingskrise ganz bewusst vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ausgelöst wurde: Die furchtbaren Bilder von den EU-Außengrenzen sollten lediglich dazu dienen, die Europäer weichzukochen. Dem Kabarettisten Florian Schroeder wirft er vor, genau darauf hereinzufallen - und stempelt ihn vor einem Millionenpublikum im Fernsehen als Idioten ab.

Die Gäste und ihre wichtigsten Aussagen

  • Liza Pflaum, Mitgründerin der "Seebrücke"-Bewegung: "Wir müssen vor Ort helfen und wir können auch mehr Leute in Europa aufnehmen. Aber wir können nicht mehr sagen, wir warten jetzt auf eine europäische Lösung."
  • Florian Schroeder, Kabarettist: "Ich bin schockiert, mit welcher Kälte wir mit den Flüchtlingen umgehen. Dabei sind wir in Europa der Humanität verpflichtet. Was wir machen, ist aber barbarisch."
  • Ralf Schuler, "Bild"-Journalist: "Die griechische Regierung kriegt es nicht auf die Reihe. Die wird von der EU dafür bezahlt, dass sie die Asylverfahren abwickelt. Aber das passiert nicht."
  • Serap Güler, CDU-Staatssekretärin für Integration in NRW: "Wir müssen die Grenze schützen, aber mit Anstand. Was nicht geht, ist das Recht auf Asyl auszusetzen wie es Griechenland jetzt macht."
  • Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende der Grünen: "Deutschland muss mehr Flüchtlinge aufnehmen und viele Kommunen bei uns haben Kapazitäten und sind auch bereit dazu."

Das Fazit

Deutschland ist an der Flüchtlingskrise von 2015 zwar nicht zerbrochen, die Gefühle kochen beim Thema aber immer noch hoch. Das merkt man auch in der aktuellen Diskussion, in der nicht immer sachlich miteinander umgegangen wird. Alles in allem trotzdem eine informative Sendung.