"Hart aber fair"

"Fernseh-Rebell" vergleicht Klimawandel mit Sklaverei

© WDR / Max Kohr, Max Kohr

18. Juli 2019 - 9:22 Uhr

"Warum verbieten wir nicht einfach das Verbrennen fossiler Brennstoffe?"

Franz Alt hatte in den 70ern und 80ern den Ruf eines "Fernseh-Rebells" - und wird seinem Ruf auch heute noch gerecht. Bei "Hart aber fair" verglich der ehemalige ARD-Moderator die Bekämpfung des Klimawandels mit der Bekämpfung der Sklaverei: "Warum denn immer Steuern, warum verbieten wir nicht einfach das Verbrennen fossiler Brennstoffe? Sklaverei ist doch auch nicht abgeschafft worden, weil Sklaven ein bisschen besteuert wurden, sondern weil sie verboten wurde."

Darüber wurde diskutiert

In den vergangenen Wochen dominierten Nachrichten über Borkenkäferbefall, Waldbrände und die Trockenheit die Schlagzeilen. Moderator Frank Plasberg wollte von seinen Gästen wissen, ob das alles noch unter die Kategorie Wetter fällt oder ob wir den Klimawandel nun auch am Leib spüren.

Die Gäste und ihre wichtigsten Aussagen:

  • Franz Prinz zu Salm-Salm, Vorsitzender der Waldbesitzer in Sachsen-Anhalt: "Ich habe so viele weinende Waldbesitzer wie in den vergangenen Jahren noch nie gesehen. Die sagen: Was uns Honecker gelassen hat, nimmt uns die Bundesregierung jetzt schmerzlich."
  • Joachim Rukwied, Bauernpräsident: "Anreizsysteme sind besser als Verbote."
  • Julia Klöckner, Bundeslandwirtschaftsministerin (CDU): "Wenn Klimaschutz auch Wohlstand sichert, dann wird er zum Exportschlager."
  • Franz Alt, Journalist: "Der Klimawandel ist eine ganz andere Herausforderung als das Waldsterben in den 80ern: Damals half ein Gesetz, die Schwefelbelastung um 70 bis 80 Prozent zu senken. Heute müssen wir ganzheitlicher denken."
  • Sven Plöger, ARD-Wetterfrosch: "Man kann die einzelnen Wettereignisse mittlerweile gut dem Klima zuordnen: Eine Hitzewelle wie 2018 ist drei- bis fünfmal wahrscheinlicher als noch vor 30 Jahren."

Das Fazit

Diesmal beweist das "Hart aber fair"-Team ein glückliches Händchen bei der Auswahl des Themas und vor allem der Gäste: Die Zuschauer erfuhren viel Neues und die fünf Talkteilnehmer ergänzten sich hervorragend. Eine produktive Runde, die trotz der schweren Kost Heiterkeit und Zuversicht versprühte, das muss man erstmal hinbekommen - stark!