Hardware-Nachrüstungen im Dieselskandal: Betroffene Kunden sollen Gutscheine bekommen

VW machte im letzten Jahr noch einen Rekordgewinn - jetzt will das Unternehmen endlich auch etwas für die Kunden tun.
VW machte im letzten Jahr noch einen Rekordgewinn - jetzt will das Unternehmen endlich auch etwas für die Kunden tun.
© imago/Christian Ohde, Christian Ohde, imago stock&people

27. September 2018 - 23:34 Uhr

Manipulierte Diesel-Autos sollen neue Katalysatoren bekommen

Es scheint, als ob die Autohersteller im Streit um die Diesel-Nachrüstungen endlich Einsicht zeigen: Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet jetzt, dass die drei großen deutschen Auto-Riesen eine Art Gutscheinsystem für betroffene Kunden einführen wollen. Mit diesen Gutscheinen können Kunden dann ihr manipuliertes Fahrzeug nachrüsten lassen. Vorher hatte nach Informationen des "Spiegel" bereits Volkswagen zugesagt, manipulierte Diesel-Fahrzeuge mit neuen Katalysatoren nachzurüsten. Dies soll der Konzern in einem Gespräch mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) versprochen haben.

VW will sich an den Kosten beteiligen – jedoch nicht zu 100 Prozent

Die versprochenen Gutscheine sollen allerdings nur Kosten von bis zu 80 Prozent abdecken - ebenso dürfen die Kosten für das Umrüsten 3000 Euro nicht übersteigen. Das Einbauen von neuen Teilen sollen laut FAZ nicht die Autobauer selbst übernehmen, sondern Zulieferer. Außerdem soll ein großes Umtauschprogramm für Diesel-Modelle der Schadstoffklassen Euro 4 und Euro 5 gestartet werden, die nicht nachgerüstet werden können.

Folgen jetzt auch Daimler und BMW?

Bundesverkehrsminister Scheuer hatte ursprünglich erreichen wollen, dass die Autokonzerne alle Kosten übernehmen. Eine Rückkaufoption für Kunden mit manipulierten Fahrzeugen, die Scheuer ebenfalls angedacht hatte, lehnte VW nach Informationen des "Spiegel" aber ab.

VW ist damit der erste Autobauer überhaupt, der im Streit um die Hardware-Nachrüstungen einlenkt. Bislang hatten alle drei großen Auto-Konzerne das abgelehnt. Es bleibt abzuwarten, ob nach VW jetzt auch Daimler und BMW nachziehen – die Verhandlungen dazu dauern an.