RTL/ntv "Frühstart"

Harald Christ (FDP): „Wir müssen aufpassen, dass aus diesem Lockdown nicht ein Knockdown wird“

Harald Christ (FDP) wirft der Bundesregierung Scheitern vor
Harald Christ (FDP) wirft der Bundesregierung Scheitern vor
© dpa, Wolfgang Kumm, wst

07. April 2021 - 10:37 Uhr

FDP-Schatzmeister Christ kritisiert das aktuelle Krisenmanagement scharf

Der FDP-Schatzmeister Harald Christ übt im RTL/ntv-Frühstart harsche Kritik am Krisenmanagement der Bundesregierung. "Wir brauchen eine gewisse Planbarkeit für die Menschen. Wir brauchen ein Konzept nach vorne, und das lässt die derzeitige Bundesregierung nicht erkennen. Deswegen ist die Bundesregierung mit ihrer Corona-Politik per heute gescheitert.", so Christ.

+++ Alle aktuellen Infos zum Corona-Virus jederzeit im Liveticker +++

„Wir schaffen es seit Monaten nicht ausreichend Infrastruktur zur Verfügung zu stellen"

Vor allem die schleppenden Prozesse in der Beschaffung und Verteilung von Impfstoffen und Masken kritisiert der FDP-Politiker: "Wir schaffen es seit Monaten nicht ausreichend Infrastruktur zur Verfügung zu stellen, ausreichend Masken zu Verfügung zu stellen, ausreichend Testmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen, Impfstoff in ausreichender Menge zu produzieren und auch zu verteilen."

Für Christ hätten diese Probleme verhindert werden können, wenn die Regierung – neben Virologen und Wissenschaftlern – auch früh Experten für den Vertrieb mit ins Boot geholt hätte: "Ich hätte mir gewünscht, dass in einem Land der Exporteure, der Logistiker und der Fachleute die wir haben, wir auch sehr viel früher Experten rangelassen hätten, um die Versorgungsprobleme, Beschaffungsprobleme und die Produktionsprobleme zu lösen."

Christ nimmt Wirtschaft in Schutz und kritisiert Pläne zur Ausgangsperre

Auf die Frage wie er Armin Laschets Pläne zu einem Brücken-Lockdown bewertet, äußert sich Christ zurückhaltend: "Ich kann dahinter nicht wirklich viel Strategie erkennen.". Christ hält aber einen kompletten Lockdown mit Ausgangsperre für das falsche Mittel: "Ich glaube nicht, dass ein Lockdown – auch wenn er in einigen Regionen geboten ist – flächendeckend Sinn macht. Wir brauchen eine Perspektive nach vorne." so der FDP-Schatzmeister und fügt eigene Beobachtungen hinterher: "Ich war am Wochenende in Berlin unterwegs. Sie erleben zwei Gruppen von Menschen: Die, die sich an Regeln halten, und sie erleben die Menschen, die sich eben nicht an Regeln halten. Die werden sich auch nach einer Ausgangsperre nicht an Regeln halten."

Bei einem anhaltenden Lockdown sieht der FDP-Politiker vor allem eine wachsende Gefahr für die Wirtschaft. "Wir sind seit Ende Oktober in einem Lockdown. Dieser Lockdown hat verehrende Auswirkungen auf unsere Wirtschaft, auf den Mittelstand und auf viele Menschen, die unter diesem Lockdown leiden.", so Christ und warnt: "Wir müssen aufpassen, dass aus diesem Lockdown nicht ein Knockdown wird."

Dass die Wirtschaft mit mehr Home-Office und mehr Tests einen stärkeren Teil bei der Corona-Bekämpfung leisten müsste, sieht Christ nicht. "Die Wirtschaft tut eine Menge um in dieser Corona-Krise zu helfen", so der FDP-Politiker und er sagt weiter, er würde mit vielen Unternehmen in Kontakt stehen, doch in der Belegschaft würde oft die Akzeptanz fehlen die angebotenen Tests abzurufen.