Happy End nach 15 Jahren: Abschiedsbrief einer sterbenden Mutter ist endlich wieder bei ihrer Tochter

28. September 2016 - 13:43 Uhr

Ein kleines Stück Papier - für manche wertlos, für andere unbezahlbar

Ein Brief ist das letzte, was Bethany Gash von ihrer Mutter geblieben ist. Ihre Mutter starb, als sie noch ein Kind war. Doch ausgerechnet der Abschiedsbrief ihrer Mutter ging bei einem Umzug verloren. Zum Glück tauchte er wieder auf: in einem gebrauchten Buch bei einem Buchhändler aus Bishop Auckland im Nordosten Englands. Gordon Draper erkannte sofort den ideellen Wert des Fundstücks und setzte alles in Bewegung, um den Brief wieder in seine rechtmäßigen Hände zu übergeben.

"Wenn dein Vater dir das vorliest, bin ich im Himmel und lebe bei den Engeln", beginnt der Brief. Kurz vor ihrem Tod im Jahr 2001 hatte Lisa Gash ihn für ihre Tochter verfasst. "Meine Lungen waren sehr schlecht und ich hatte eine OP um das in Ordnung zu bringen, aber sie hat leider nicht geholfen." Lisa starb der britischen Zeitschrift 'Telegraph' zufolge an den Folgen ihrer Mukoviszidose-Erkrankung. "Ich werde vom Himmel aus immer auf dich aufpassen und dich beschützen. Wenn du also einen hellen Stern siehst […], bin ich das", schreibt sie. "Ich werde dich immer lieben und lass dir von niemandem sagen, dass es falsch ist, über mich zu sprechen – das ist es nämlich nicht. Ich hoffe, dass du mich niemals vergessen wirst, denn ich werde immer deine Mama sein", schließt der Brief.

Buchhändler Gordon Draper erkannte sofort den ideellen Wert dieses Briefes.
Buchhändler Gordon Draper fand den Abschiedsbrief von Lisa Gash in einem alten Buch.
© Twitter/BBC

"Wahrscheinlich haben wir den Brief in ein Buch gelegt, um ihn sicher zu verwahren, aber während eines Umzugs ging er verschollen", erzählt die 21-jährige Bethany dem 'Telegraph'. "Ich dachte, dass ich ihn nie wieder sehen würde." Aber das Schicksal meinte es anders. Als der Buchhändler Gordon Draper einen Stapel Bücher in seinem Gebrauchtbuchladen durchforstete, fiel ihm der Brief zusammen mit einem Foto von Lisa und Bethany in die Hände. Er wusste sofort was zu tun war: das Mädchen von dem Foto und das der Brief adressiert war, wiederzufinden. Mit der Hilfe eines Lokalradios der BBC gelang ihm das auch. Er konnte Bethany den Brief höchstpersönlich überreichen. "Ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich mich darüber freue. Das ist einfach wunderbar", sagt Draper im Interview mit der BBC. Dass sie den Brief wiederhat, ist für Bethany das Größte, denn das kleine Stück Papier, das für andere unbedeutend ist, bedeute für sie die Welt.