Hansas virtueller Ticket-Verkauf vielversprechend angelaufen

Fußball-Drittligist Hansa Rostock verkauft derzeit virtuelle Karten für ein Spiel im Ostseestadion. Foto: Bernd Wüstneck/zb/dpa/Archivbild
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22. April 2020 - 12:00 Uhr

Der Ball rollt nicht, doch der Ticketverkauf läuft dennoch blendend: Fußball-Drittligist Hansa Rostock verkauft derzeit virtuelle Karten für ein Spiel im Ostseestadion, um die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie abzumildern - mit großem Erfolg. In der ersten Stunde der Aktion "Rette dich, wer kann" sind im Online-Ticketshop 3000 Karten zu einem Preis von je fünf Euro verkauft worden. Mittlerweile sind es über 15.000 und die rund 29.000 Zuschauer fassende Arena virtuell bereits mehr als halb gefüllt.

Die überwältigende Hilfsbereitschaft der Anhänger hat die Chefetage des finanziell arg limitierten Clubs hoch erfreut und Überlegungen zur Aufstockung des Kontingents über die Stadionkapazität hinaus geweckt. "Vorher müssen wir noch Fragen der Stadionstatik prüfen", sagte Vorstandschef Robert Marien der "Ostsee-Zeitung" Rostock (Mittwoch) mit einem Augenzwinkern.

Nach Vereinsangaben wird Investor Rolf Elgeti für jede Karte die gleiche Summe dazugeben, so dass der Ertrag aus der Aktion am Ende verdoppelt wird. Mehr als 150.000 Euro Hilfe sind Hansa damit schon sicher. Der in Potsdam lebende gebürtige Mecklenburger hatte Hansa 2015 mit dem Kauf der Stadionkredite vor der Insolvenz bewahrt.

Hansa hat in den vergangenen Wochen angesichts der Pandemie bereits ein umfangreiches Maßnahmenpaket in die Wege geleitet. So gab es vor Ostern einen Aufruf zu "Hamsterkäufen", um den Fanshop leerzukaufen. Dazu wurden die Versandkosten und der Mindestbestellwert reduziert. Auch diese Aktion fand bei den Fans große Resonanz und brachte dem einstigen Bundesligisten rund 250.000 Euro ein.

Quelle: DPA