Mehrere Kitas und Grundschule betroffen

Hannoveranerin zwei Mal mit Corona infiziert - einmal mit Mutation

Eine Frau aus der Region Hannover ist innerhalb weniger Wochen zweimal positiv auf Corona getestet worden.
Eine Frau aus der Region Hannover ist innerhalb weniger Wochen zweimal positiv auf Corona getestet worden.
© dpa, Julian Stratenschulte, jst cul

27. Januar 2021 - 9:24 Uhr

Hannover: Frau steckte sich mit mutiertem Virus „B1.1.7“ an

Eine Frau aus der Region Hannover ist innerhalb weniger Wochen zweimal positiv auf Corona getestet worden. Die Betroffene habe sich mit dem mutierten Virus "B1.1.7" angesteckt, teilte die Regionsverwaltung am Montag mit. Diese Form des Coronavirus gelte als deutlich infektiöser als die bisher in Deutschland verbreitete Form. Deshalb ergreife das Gesundheitsamt strengere Maßnahmen, heißt es.

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Nach Infektion in Hannover: 120 Kontaktpersonen in Quarantäne

Bei der Frau bestehen über mehrere Schritte Verbindungen zu mehreren Kitas und einer Grundschule in Hannover, wie das Gesundheitsamt am Freitag mitgeteilt hatte. Es ordnete für mindestens 120 Kontaktpersonen Quarantäne an. Die infizierte Frau war am 27. November zum ersten Mal positiv getestet worden, die zweite Corona-Infektion wurde am 11. Januar festgestellt.

Bei der Patientin sei kein Kontakt nach England bekannt. Die Frage, bei wem sich die Frau angesteckt habe, bleibe offen. Nach Einschätzung des Gesundheitsamts ist die Infektionskette inzwischen nahezu gestoppt. "Das Ergebnis der Nachtests stimmt uns zuversichtlich", sagt Marlene Graf, stellvertretende Leiterin des Fachbereichs Öffentliches Gesundheitswesen.

Gesundheitsamt ergreift strengere Corona-Regeln

Das Gesundheitsamt hat unterdessen strengere Maßnahmen ergriffen. So werde die Quarantäne von Kontaktpersonen, für die nach 14 Tagen kein negatives Testergebnis vorliege, um eine weitere Woche verlängert. "Das ist eine reine Vorsichtsmaßnahme, da wir nicht einschätzen können, ob bei dieser Virusmutation die Infektionsgefahr auch bei einer geringen Viruslast noch gegeben ist", sagte Gesundheitsdezernentin Cora Hermenau zur Begründung.

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Bundesregierung besorgt über Ausbreitung der Corona-Mutation

Am Montag hatte auch die Bundesregierung vor einer rasanten Ausbreitung der neuen Virus-Variante gewarnt. "Wir haben im Hintergrund die dunkle Wolke einer sehr ernsthaften Gefahr", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Zwar gebe es im Moment ein erfreuliches Sinken der Infektionszahlen und der Zahl der Covid-19-Intensivpatienten, so Seibert. "Gleichzeitig haben wir die große und sehr reale Gefahr, dass sich die Virusmutante auch bei uns wie in anderen Ländern immer weiter durchsetzt und dass die Zahlen wieder stark in die Höhe getrieben werden könnten."

Die zunächst in Großbritannien (B.1.1.7) und Südafrika (B.1.351) nachgewiesenen Varianten gelten als hochansteckend. Laut RKI wurde B.1.1.7 nun insgesamt 51 und B.1.351 19 mal gemeldet. Allein an Berliner Vivantes-Kliniken wurde nach Angaben vom Montag bei 24 Personen die aus Großbritannien bekannte Variante nachgewiesen. Weitere Befunde standen in Berlin am Nachmittag noch aus. Die Südafrika-Variante war vergangene Woche bei neun Patienten in Leipzig nachgewiesen worden. In Stuttgart war die zunächst in Südafrika entdeckte Variante bei einem von dort zurückgekehrten Ehepaar aufgespürt worden. Eine in Brasilien zirkulierende Variante - wohl ebenfalls sehr ansteckend - war in Hessen nachgewiesen worden.

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