Hannover: Tausende protestieren gegen Gewalt im Nordirak

© dpa, Swen Pförtner

17. August 2014 - 11:35 Uhr

Tausende Jesiden und Kurden haben in Hannover gegen gewaltsame Übergriffe der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf Minderheiten im Nordirak protestiert. Demonstranten hielten Fotos von Kindern mit schmerzverzerrtem Gesicht in die Höhe, auf Plakaten stand "Stoppt den Terror" oder "Stoppt den Völkermord". Zu dem Protestmarsch waren Teilnehmer aus ganz Deutschland angereist. Die Polizei zählte rund 10.500 Teilnehmer, nach Angaben der Organisatoren waren es mehr als dreimal so viele. "Die Situation in den betroffenen Gebieten ist immer noch sehr kritisch", sagte Yilmaz Kaba aus Celle, einer der Organisatoren. Es gebe Berichte von Massakern. Außerdem sei ein ganzes Dorf von den IS-Milizen vor ein Ultimatum gestellt worden. "Den Bewohnern wurde damit gedroht, dass sie getötet werden, wenn sie nicht zum Islam übertreten", sagte Kaba.

Die religiöse Minderheit der Jesiden stammt aus dem Irak, Syrien, der Türkei und aus Iran. Wegen ihrer Verfolgung vor allem im Irak sind viele Anhänger dieser Religion ins Ausland geflohen. In Deutschland leben zwischen 50.000 und 90.000 Jesiden, überwiegend in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.