Handy-Stress: Schröder fordert freien Sonntag

In der Debatte über die permanente Erreichbarkeit in der Arbeitswelt plädiert Familienministerin Schröder (CDU) für einen störungsfreien Sonntag.
© dpa, Maurizio Gambarini

30. August 2013 - 14:25 Uhr

Kampf gegen Handy-Stress

In der Debatte über die permanente Erreichbarkeit in der modernen Arbeitswelt plädiert Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) für einen weitgehend störungsfreien Sonntag. "E-Mails, Home Office und Smartphones sind große Erfindungen. Aber sie verleiten zu einer gefühlten Dauerverfügbarkeit, die irgendwann nicht mehr gesund ist. Viele von uns schalten im wahrsten Sinne des Wortes auch am Wochenende nicht mehr ab", schreibt Schröder in einem Beitrag für die 'Tageszeitung'. "Der Sonntag als echter Frei-Tag - das sollten wir uns retromäßig wieder stärker gönnen."

Schröders Kabinettskollegin, Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU), hatte in der vergangenen Woche eine deutliche Trennung von Arbeit und Freizeit gefordert und damit eine Debatte angestoßen.

Zwei Drittel schalten ihr Handy nie aus

Etwas mehr als ein Viertel (26 Prozent) der deutschen Handynutzer oder ihre Familien fühlen sich durch die ständige Erreichbarkeit belastet. Die restlichen drei Viertel stört das laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL hingegen nicht. Elf Prozent der befragten Handynutze verpflichtet stets sofort auf SMS, Mails oder andere Kontakt-Aufnahmen (z.B. Facebook-Anfragen) zu antworten. Trotzdem schalten mehr als 66 Prozent der Deutschen ihr Handy gar nicht mehr aus.

Allerdings raten einige Experten von einer übergreifenden gesetzlichen Regelung ab. Der Direktor des Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft ifaa, Sascha Stowasser, sagte im Deutschlandradio Kultur: Notwendig seien zwar "klare Regeln", doch Pauschalisierungen führten nicht weiter. "Manche Mitarbeiter brauchen das Engagement. Sie wollen sich nicht einschränken." Hinzu käme, dass in bestimmten Positionen eine ständige Rufbereitschaft sogar unverzichtbar sei. In die Zeit ohne Mobiltelefone wünschen sich aber immerhin 26 Prozent der Befragten zurück.