Handy-Stress: Immer erreichbar, immer im Dienst?

6. Juli 2018 - 16:17 Uhr

Der beste Tipp: Einfach mal abschalten

Smartphones sind ja schön und gut, aber die Technik hat einen Haken: Wir sind rund um die Uhr erreichbar. Und zwar nicht nur für Freunde, sondern auch für den Chef. Das kann ganz schön stressen. Bundesarbeitsministerin von der Leyen will jetzt an das Thema ran. Sie fordert von den Firmen klare Ruhezeiten, denn: Die Handy- und Mail-Dauerpräsenz macht immer mehr Menschen krank.

Mails-Checken in jeder Lebenslage. Selbst beim Bäcker. Für Janin Kasper ist das völlig normal. Die Angestellte einer Internetfirma ist zwar immer auf dem Laufenden, aber der Job lässt sie nicht los: "Ich denke nicht, dass es von einem erwartet wird, Den Druck setze ich mir einfach selbst. Weil ich möchte ja gerne was erreichen und einfach up to date sein."

Die ständige Erreichbarkeit - für rund 1.200 Mitarbeiter bei Volkswagen ist damit längst Schluss: Hier gibt's nach Dienstschluss keine E-Mails mehr auf das Firmensmartphone. Heinz-Joachim Thust, VW-Betriebsrat: "Arbeitszeit muss Arbeitszeit bleiben, Arbeitsruhe soll Arbeitsruhe bleiben. Das heißt nach Arbeitsende sollten die Mitarbeiter auch nicht mehr belästigt werden und E-Mails bearbeiten müssen."

Aber fast jeder dritte Arbeitnehmer ist für Kunden, Kollegen oder Chefs auch außerhalb der regulären Arbeitszeiten erreichbar. Und das ist eine große Belastung für Psyche und Körper. "Entstehen können psychosomatische Erkrankungen, das sind so ganz typisch Herz-Kreislauferkrankungen, die Magen-Darmprobleme, die Menschen haben, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen", sagt der Psychologe Dirk Windemuth.

Und dabei schuldet niemand seinem Chef eine rund-um-die-Uhr Erreichbarkeit, außer sie ist vertraglich explizit vereinbart. Trotzdem verzichten viele Arbeitnehmer, wie Janin Kasper, auch zu später Stunde nicht auf den Blick in die E-Mails.