Handy im Ausland: EU stoppt Roaming-Abzocke

10. Mai 2012 - 20:06 Uhr

Bis 2014 deutlich niedrigere Gebühren

Die Nutzung von Mobiltelefonen in anderen EU-Ländern soll für den Verbraucher günstiger werden. Das EU-Parlament wird heute über neue Preisobergrenzen für das 'Roaming' abstimmen. Dabei sollen nicht nur für Telefongespräche und das Verschicken einer SMS die Preise stufenweise gesenkt werden – erstmals gibt es auch eine Regelung für das Surfen im Internet.

Mobilfunkgebühren, Roaming, Senkung, EU-Parlament
In Zukunft deutlich günstiger: Mit dem Handy im Ausland telefonieren, SMS schicken und surfen.
© picture-alliance/ ZB, Patrick Pleul

Ruft ein Handybesitzer aus dem Ausland an, dürfen ab dem 1. Juli für ihn maximal 29 Cent vor Steuern anfallen - bisher sind es 35 Cent. Bei SMS dürfen Anbieter dann maximal 9 statt der bisher geltenden 11 Cent berechnen. Bis 2014 sollen die Preise weiter abgesenkt werden, so dass Anrufe vom Handy dann nur noch mit 19 Cent pro Minute abgerechnet werden dürfen, SMS mit maximal 6 Cent. Eingehende Gespräche kosten im Ausland ab 1. Juli maximal 8 Cent, in zwei Jahren maximal 5 Cent pro Minute.

Gute Nachricht für Smartphone-Nutzer, die auf ihrer Urlaubsreise nicht auf Facebook & Co. verzichten wollen: Die maximalen Kosten für grenzüberschreitenden Datenverkehr, die bisher nicht gedeckelt sind, dürfen ab 1. Juli bei maximal 70 Cent pro Megabyte liegen, bis 2014 sogar nur noch 20 Cent pro Einheit.

Für die EU-Abgeordnete Angelika Niebler (CSU) ist die Abstimmung längst überfällig. Sie ging vor der Sitzung von einer deutlichen Mehrheit im Parlament für die Senkungen aus und sagte der 'Bild': "Wir beenden die Abzocke beim Internetsurfen per Handy und Laptop im EU-Ausland." Nach der Abstimmung muss der EU-Ministerrat noch zustimmen, dies gilt aber als Formalie.