Hanauer Oberbürgermeister mahnt vor Netz-Gerüchten

Der Oberbürgermeister der Stadt Hanau, Claus Kaminsky (SPD). Foto: Nicolas Armer/dpa
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23. Februar 2020 - 15:00 Uhr

Der Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky hat zu Besonnenheit im Umgang mit Internet-Quellen zum Anschlag in Hanau aufgerufen. Der Ursprung von Spekulationen sei kritisch zu hinterfragen, hieß es in einer am Sonntag veröffentlichten Mitteilung. Kaminsky warnte unter anderem vor per Video verbreiteten Verschwörungstheorien.

Er kritisierte auch "Falschinformationen auf der Basis purer Vermutungen und aus dem Zusammenhang gerissene Sprach-, Text- oder Videonachrichten." So sei in sozialen Netzwerken ein Video von einem angeblichen Naziaufmarsch wenige Stunden nach der Mahnwache am Donnerstagabend aufgetaucht. Tatsächlich aber habe das Video einen Zug antifaschistischer Demonstranten unter polizeilicher Begleitung gezeigt.

In der Nacht zum Donnerstag hatte ein 43 Jahre alter Deutscher in Hanau neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen. Zudem soll der Sportschütze seine 72 Jahre alte Mutter und sich selbst getötet haben. Nach bisherigen Erkenntnissen hatte der Täter eine rassistische Gesinnung und war psychisch krank.

Quelle: DPA