Bitte hab Verständnis dafür, dass wir in diesem Browser keine optimale Nutzung von RTL.de gewährleisten können. Bitte benutze einen aktuelleren Browser (z.B. Chrome, Firefox, Safari oder Edge), damit du die Seite wie gewohnt nutzen kannst.

Nach Zerstörung in Köln: Kerzen an Hanauer Gedenkstätte umgeworfen

Vater von Attentat-Opfer: "Da will jemand die Tat relativieren!"

Verwüstung an Gedenkstätte der Opfer des Hanau-Anschlags am 19. Februar 2020
Verwüstung an Gedenkstätte der Opfer des Hanau-Anschlags am 19. Februar 2020
© Privat

08. März 2021 - 12:28 Uhr

Unbekannte verwüsten Platz in Hanauer Innenstadt

Nur noch etwa zehn Tage sollte dieser Platz mitten in der Hanauer Innenstadt am Brüder-Grimm-Denkmal an die Opfer des rassistischen Anschlags vom 19. Februar 2020 erinnern – doch kurz bevor die Angehörigen die Gedenkstätte entfernen wollten, gibt es noch einmal eine bittere Nachricht für sie: Unbekannte haben die Gedenkstätte verwüstet.

Vater von Opfer Hamza: "Wer so etwas macht, der akzeptiert das rechte Gedankengut des Täters"

Ein trauriger Anblick bietet sich den Passanten an der Hanauer Gedenkstätte: Vor den Fotos der Anschlags-Opfer liegen die Grabkerzen kreuz und quer auf dem Boden, Deckel sind abgefallen, Blumen sind umgekippt. Auch der Vater des erschossenen Hamza Kurtović ist schockiert und schickt RTL die Bilder von der Gedenkstätte mit einem klaren Vorwurf gegen den/die Täter: "Es geht um die Botschaft, die offenbar dahinter steckt. Da will jemand die Tat relativieren. Wer so etwas macht, der akzeptiert das rechte Gedankengut des Täters. Und das hat sicher nichts mit Patriotismus zu tun!"

Zweiter Vandalismus-Fall unmittelbar nach Attentat-Jahrestag

Für Armin Kurtovic ist die Verwüstung keine Kleinigkeit und eine weitere Missachtung des Andenkens an seinen Sohn und die neun weiteren Opfer. Erst im Februar, kurz nach dem Jahrestag des dramatischen Attentats von Tobias R., hatten Unbekannte die Gedenkstätte am Kölner Rheinufer zerstört. Die Folien mit den Portraits der Opfer Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov wurden abgerissen und die Böschung hintergeworfen.

"Für uns als Familien geht der Blick nach vorne" - Angehörige wollen Denkstätte bis 19. März räumen

Nur noch ein paar Tage soll die Gedenkstätte an die Opfer erinnern. Mit einem Brief hatten sich die Angehörigen der zehn Opfer des Anschlags an die Öffentlichkeit gewandt und ihre Absicht, die Fotos dort bis zum 19. März zu entfernen, kundgetan. Gleichzeitig bedankten sie sich für die Unterstützung der Hanauer Bürger und bei allen, die Anteilnahme gezeigt haben. "Wir sind sehr froh darüber, dass so viele Menschen den Mut und die Courage haben und hatten, sich bis zum heutigen Tag offensiv gegen die kritischen Stimmen zur Wehr zu setzen und uns diesen Platz des Andenkens so lange gewährt haben", heißt es in dem Schreiben.

Die Gedenkstätte war innerhalb des Jahres nach dem Attentat immer wieder diskutiert worden – und jetzt, kurz vor ihrem Abbau scheint ein Unbekannter erneut seinem Unmut gegen eben diese Stätte Ausdruck gegeben zu haben.

Auch interessant