Ein Jahr nach Hanau

Mutter des getöteten Ferhat Unvar gründet Bildungsinitiative

20. Februar 2021 - 20:01 Uhr

Serpil Unvar kämpft gegen Rassismus

Es ist nun auf den Tag genau ein Jahr her, dass Serpil Unvar ihren Sohn Ferhat in der Hanauer Anschlag-Nacht verloren hat. Seitdem hat sich im Leben der Mutter viel verändert. Um nicht vollends in der Trauer zu versinken, hat sie eine Bildungsinitiative gegründet, die sie nach ihrem verstorbenen Sohn benannt hat. Die Bildungsinitative Ferhat Unvar soll ein Zeichen gegen Rassismus setzen.

Ferhat hatte es nicht leicht in der Schule

Mit der Gründung der Initiative hat sich Serpil große Ziele gesetzt: Sie will in Workshops Schülern, Lehrern und Eltern zeigen, wie Worte wirken - und wo die Ursachen für Diskriminierung stecken. Die Stadt Hanau unterstützt das Projekt. Nicht zuletzt der Werdegang ihres Sohnes hat sie zu diesem Schritt bewegt.

"Du musst mehr arbeiten, du musst mehr machen, hier ist Deutschland. Egal wie schwer, Du musst mehr machen. Aber so soll das nicht sein, das ist ja belastend. Und das ist ja so traurig", erzählt sie im RTL-Interview mit Reporter Benjamin Holler. Ferhats schulischer Werdegang hätte ihr gezeigt, dass Kindern mit Migrationshintergrund häufiger Steine in den Weg gelegt werden.

"Es geht um Haltung und Nächstenliebe"

Rückenwind bekommt sie aus der Politik, auch Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) steht hinter ihr: "Wir müssen den jungen Leuten vermitteln, dass es auch um Haltungen geht und auch darum, ein Miteinander und Nächstenliebe zu pflegen und auch zu verspüren."