Hamsterkäufe von Kondomen nur zu Beginn der Corona-Krise

Verpackte Kondome liegen auf einem Haufen. Foto: Friso Gentsch/dpa/Symbolbild
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02. Juni 2020 - 6:00 Uhr

Bei Kondomen hat es zu Beginn der Corona-Pandemie nach Einschätzung von Herstellern Hamsterkäufe gegeben. Seit dem Shutdown seien aber wohl nicht mehr Präservative verbraucht worden, sagte der Geschäftsführer des Herstellers CPR, Michael Kesselring. Das Unternehmen mit Sitz in Sarstedt produziert nach eigenen Angaben rund 200 Millionen Kondome jährlich, davon rund 15 Prozent für Deutschland, etwa Eigenmarken im Einzelhandel.

Online sei die Nachfrage seit Corona deutlich gestiegen, dafür sei die Prostitution komplett weggebrochen, sagte Kesselring. Nach seiner Einschätzung macht das Geschäft mit käuflichem Sex rund 20 Prozent des Kondommarktes in Deutschland aus. In der Vergangenheit hatten die deutschen Hersteller dazu anonym Daten zusammengetragen.

Das Bielefelder Unternehmen Ritex produziert jährlich 100 Millionen Kondome überwiegend für den deutschen Markt. Es hatte für den März von einem drastischen Umsatzanstieg berichtet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat hätten sich die Umsätze fast verdoppelt, hieß es. Inzwischen habe sich die Lage wieder normalisiert, sagte Geschäftsführer Robert Richter. Auch das Unternehmen Mapa aus Zeven, das unter anderem die Marke Billy Boy produziert und vertreibt, teilte mit: "Auf einen Anstieg in Zeiten von Hamsterkäufen folgte ein niedrigerer Umsatz durch den Lockdown. Mittlerweile pendelt sich alles aber wieder in den gewohnten Regionen ein."

Quelle: DPA