Der Fall George Floyd

Hamilton wettert gegen Formel 1: „Von Weißen dominierter Sport“

Lewis Hamilton
© dpa, Michael Dodge, nwi

01. Juni 2020 - 16:12 Uhr

Das Schweigen der Formel-1-Welt

Die hitzigen Diskussionen um Rassismus und Polizeigewalt in den USA nach dem Tod von George Floyd haben auch die Formel 1 erreicht. Lewis Hamilton, der es als erster dunkelhäutiger Pilot in die Formel 1 geschafft hat und auf dem besten Weg ist, der erfolgreichste Fahrer der Geschichte zu werden, bezog klar Stellung. Und feuerte eine Breitseite gegen die Formel 1 - und die Fahrerkollegen.

„Kein Zeichen meiner Industrie"

"Ich sehe diejenigen von Euch, die still bleiben, einige von Euch sind die größten Stars und bleiben noch still mitten in dieser Ungerechtigkeit. Nicht ein Zeichen von irgendjemandem in meiner Industrie, die natürlich ein von weißen dominierter Sport ist. Ich bin einer von wenigen Menschen mit Farbe dort und stehe noch allein", schrieb der sechsmalige Weltmeister bei Instagram.

Am Montagnachmittag twitterte sein Mercedes-Team: "Wir stehen bei dir, Lewis. (...) Die jüngsten Entwicklungen machen uns zutiefst traurig und wir hoffen auf eine baldige Deeskalation."

Hamilton ist bekannt dafür, dass er auch seine politische Meinung mittlerweile klar äußert. Er ist der Sohn eines Einwanderers aus Trinidad/Tobago und wuchs in eher bescheidenen Verhältnissen im englischen Stevenage auf, sein Vater Anthony hatte teilweise mehrere Arbeitsstellen, um das kostspielige Hobby seines Sohnes im Kindes- und Jugendalter zu finanzieren.

Rassismus ist überall

Er stehe nicht auf der Seite derer, die plündern und Gebäude anzünden würden, aber auf der Seite derer, die friedlich protestieren würden. "Es kann keinen Frieden geben, bis die so genannten Führer es ändern", so Hamilton. Es sei nicht nur Amerika, es sei Großbritannien, es sei Spanien, es sei Italien und überall. Es müsse sich ändern wie Minderheiten behandelt würden. "Wir werden nicht mit Rassismus und Hass in unseren Herzen geboren, es wird gelehrt, von denen, zu denen wir aufschauen."

In der vergangenen Woche war der Afroamerikaner George Floyd von einem Polizisten in Minneapolis mit dem Knie im Nacken minutenlang zu Boden gedrückt worden. Mehrmals hatte Floyd gesagt: "Ich kann nicht atmen." Bei der Ankunft im Krankenhaus war er für Tod erklärt worden. Der Polizist wurde inzwischen wegen Mordes angeklagt.

RTL.de/dpa