Corona hat uns gezeigt: Weniger ist mehr

Zukunftsforscher: Vorsätze für 2021 sind bescheidener geworden

Symbolfoto Familie mit Kind

04. Januar 2021 - 16:48 Uhr

Viele sind mit weniger zufrieden

Eins haben wohl alle Menschen aus der Coronakrise gelernt: Glück und Zufriedenheit kann man nicht kaufen. Und wirklich wichtig im Leben sind eigentlich nur drei Dinge: Familien, Freunde und Gesundheit. Das bestätigt jetzt eine Studie des Hamburger Zukunftsforschers Horst Opaschowski.

Wegen Coronakrise: Menschen "wollen ihre Art zu leben ändern"

Jedes Jahr untersucht Horst Opaschowski die Vorsätze der Menschen für das neue Jahr. Für 2021 geben rund 61 Prozent der Frauen und 56 Prozent der Männer an, dass sie maßvoller leben wollen. "Und sie tun es auch. Sie fahren mehr Fahrrad und weniger Auto. reisen mehr im Inland statt in die Ferne und machen Versorgungseinkäufe statt teure Shoppingtouren", erklärt der Wissenschaftler. "Sie wollen ihre Art zu leben ändern und das wird nicht nur kurzfristig sein, sondern es wird eine langanhaltende Wirkung haben." Auslöser dafür war natürlich das doch sehr entschleunigte Corona-Jahr 2020, so Opaschowski.

Gesellschaft rückt in Krisenzeiten enger zusammen

Die Befragten "sagen von sich selbst, dass sie mehr über sich und ihr Leben nachdenken", erklärt der 80-jährige Opaschowski weiter. In der Coronakrise wird der Nachbar, den man vorher kaum kannte, plötzlich zum Freund. Auch die Familie rückt wieder in den Fokus. "Sie setzen mehr auf Familie als bisher und entdecken die Nachbarschaft im dritten Stock als neue Wahl-Familie", so der Wissenschaftler weiter.

Geldsorgen wegen Corona gewachsen

Materielle Dinge seien für viele bedeutungsloser geworden – die finanzielle Probleme seien in der Krise aber gewachsen. "Die Sorge um die eigene wirtschaftliche Lage ist schon groß und beim Denken an die Anderen, den Nachbarn, das Umfeld, ist die Sorge noch größer", sagt Opaschowski. Doch eins hätten die Norddeutschen trotzdem nicht verloren: Ihre Hoffnung und Zuversicht – und damit kann das Jahr 2021 ja nur besser werden als das letzte Jahr.