Hamburger SV zwischen Sponsoren-Sorgen und Seeler-Schelte

Uwe Seeler schaut in die Runde. Foto: Axel Heimken/dpa
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30. Juni 2020 - 13:42 Uhr

Nach dem sportlichen Fiasko des verpassten Bundesliga-Aufstiegs drohen dem Hamburger SV nun auch wirtschaftliche Konsequenzen. Sowohl der Hauptsponsor Emirates als auch Investor Klaus-Michael Kühne, der die Namensrechte am Hamburger Volksparkstadion hielt, haben ihre zum 30. Juni auslaufenden Verträge bislang nicht verlängert. Ein Clubsprecher bestätigte am Dienstag einen entsprechenden Bericht der "Bild"-Zeitung. Mit beiden Partnern sollen aber noch Gespräche geführt werden, um einen weiteren gemeinsamen Weg zu finden.

Die Airline wirbt seit 14 Jahren auf der HSV-Brust. 2019 hatte sie den Kontrakt bis 2022 verlängert - mit der Klausel, bei Nichtaufstieg aussteigen zu können. In der 2. Liga bezahlte Emirates zuletzt 1,4 Millionen jährlich, in Liga 1 wäre ein Aufschlag hinzugekommen.

Unternehmer Kühne hat den Club-Verantwortlichen laut "Bild" bereits signalisiert, dass er im Fall des Aufstiegs den seit 2015 laufenden Kontrakt über die Namensrechte am Volksparkstadion verlängern, sonst aber aussteigen will. Für die Stadion-Vereinbarung kassierte der HSV vier Millionen Euro pro Saison.

Auch Club-Idol Uwe Seeler zeigte sich nach dem zweiten verpassten Wiederaufstieg geschockt: "Die Truppe hat uns bis auf die Knochen blamiert. So eine Vorstellung ist unverständlich und nicht zu tolerieren. Ich frage mich, wie wir da aus der Scheiße wieder rauskommen wollen. Es wird doch jedes Jahr schwieriger, die Klasse nach oben zu verlassen", sagte der 83-jährige Ehrenspielführer der Nationalmannschaft und Ehrenbürger Hamburgs in der "Bild".

Mathematisch betrachtet, wird der Wiederaufstieg in das Oberhaus mit jedem Jahr in der 2. Liga schwieriger. Nach einer Statistik liegt die Wahrscheinlichkeit im dritten Jahr nach dem Abstieg aus der Bundesliga bei nur noch 4,9 Prozent gegenüber 32,4 Prozent im ersten und 12,7 Prozent im zweiten Jahr.

Was Seeler, der sich momentan noch von einem Krankenhausaufenthalt erholt, besonders ärgerte, war die fehlende Einstellung bei der blamablen 1:5-Heimpleite gegen den SV Sandhausen: "Ich kann ja verstehen, wenn man mal einen schlechten Tag erwischt. Aber es darf doch nicht am Einsatz und Willen fehlen. Dafür habe ich überhaupt kein Verständnis." Durch den Bielefelder Sieg gegen den 1. FC Heidenheim habe der HSV die Relegations-Chance "auf einem silbernen Tablett präsentiert" bekommen, aber nicht zugegriffen".

Von einer Trennung von HSV-Coach Dieter Hecking hält der einstige Mittelstürmer nichts: "Ich kann nur sagen, dass die dauernden Trainerwechsel unserem Verein in der Vergangenheit überhaupt nicht gutgetan haben. Deshalb halte ich davon nichts."

Quelle: DPA