Kein Feuerwerk rund um die Binnenalster

Hamburger Senat verbietet Silvester-Böller am Jungfernstieg

Feuerwerk am Hafen von Hamburg
© dpa, Malte Christians

05. Dezember 2019 - 8:52 Uhr

Hamburger Innenstadt bleibt böllerfrei

Im vergangenen Jahr gab es an Silvester unschöne Szenen rund um die Binnenalster in der Hamburger Innenstadt. Dabei wurden auch Menschen verletzt. Damit das nicht noch mal passiert, gibt es in diesem Jahr ein Böller-Verbot in der City von Deutschlands zweitgrößter Stadt.

Zu viele Verletzte durch unsachgemäßen Gebrauch von Feuerwerkskörpern

In diesem Jahr soll es am Hamburger Jungfernstieg kein Feuerwerk an Silvester geben. Durch den unsachgemäßen Gebrauch von Feuerwerkskörpern und immer mehr Menschen sei die Gefahr von Verletzungen gestiegen, sagte Innensenator Andy Grote (SPD). Bei Aggressionen aus der Menge sei auch die Situation für Einsatzkräfte schwierig. Daher werde das Feuerwerk rund um die Binnenalster untersagt, Polizeibeamte sollen das Verbot mit Kontrollen umsetzen. Ähnliche Verbote gibt es schon in Städten wie Hannover und Köln.​

Polizisten und Zivilisten wurden Silvester 2018 verletzt

Im vergangenen Jahr seien in Hamburg 10.000 Menschen an die Binnenalster gekommen, sagte der Polizeipräsident der Hansestadt, Ralf Martin Meyer. Darunter seien auch viele Familien mit Kindern. "Natürlich spielt auch Alkohol eine Rolle. Es werden Raketen abgeschossen in einer Art und Weise, die nicht sicher ist", sagte Meyer. Im vergangenen Jahr seien fünf Polizisten verletzt worden. Zudem sei ein siebenjähriges Kind im Gesicht verletzt worden, ein 16-Jähriger an der Hand.

Jungfernstieg hat sich zum Kristallisationspunkt entwickelt

Daher wolle die Polizei in diesem Jahr im Vorfeld reagieren. Grundlage ist eine Allgemeinverfügung nach dem Gefahrenabwehrgesetz. In einer groß angelegten Informationskampagne will die Polizei über das Verbot informieren. Es gebe Plakate, Flyer in verschiedenen Sprachen und Informationen über das Fahrgastfernsehen in öffentlichen Verkehrsmitteln. "Das Verbot ist nichts Besonderes, das gibt es in vielen Städten", meinte Grote.

Der Jungfernstieg habe sich in den vergangenen Jahren zu einem Kristallisationspunkt entwickelt, rund um die Alster und an den Landungsbrücken gebe es diese Probleme nicht.

Böllerei ist Gift für Umwelt, Tiere und Menschen

Feinstaubbelastung

An Silvester gelange in vielen Städten etwa ein Sechstel der Feinstaubmenge in die Luft, die sonst das ganze Jahr über aus dem Straßenverkehr komme, mahnt die Deutsche Umwelthilfe. Jeder Atemzug, mit dem Feinstaub in unsere Lungen gelangt, gefährdet unsere Gesundheit.

Eine Nacht voller Angst & Schrecken für Tiere

Für Tiere ist Silvester kein Spaß. Es ist mit Angst und Panik verbunden. Sie spüren es meistens schon am Nachmittag, wenn die ersten Ungeduldigen Raketen zünden und los böllern. Ab dann baut sich bei den meisten Tiere eine Spannung auf und der Leidensweg beginnt: Der ohrenbetäubende Lärm kann Tiere in Angst- und Panikzustände versetzen.

Verletzungen und Verbrennungen

​Immer wieder sterben Menschen beim Hantieren mit - oftmals illegalen - Silvesterböllern, etwa wenn diese zu früh explodieren. Darüber hinaus landen jedes Jahr Tausende mit Verletzungen und Verbrennungen durch Feuerwerk und Böller in der Notaufnahme. Durch die laute Knallerei erleiden laut Umweltbundesamt etwa 8.000 Menschen jährlich Verletzungen am Innenohr.

Quelle: DPA/RTL.de