Hamburger Hafenautobahn A26 mit Lärmschutztunnel und Galerie

14. November 2019 - 18:40 Uhr

Die Hafenautobahn A26 Ost in Hamburgs Süden erhält einen Lärmschutztunnel und der Übergang an der A1 eine Lärmschutzgalerie. Der Hamburger Senat habe einen Zuschuss zum Bau und späteren Betrieb des 1,5 Kilometer langen Tunnels in Höhe von knapp 63 Millionen Euro beschlossen, teilte Staatsrat Andreas Rieckhof (SPD) am Donnerstag in Hamburg mit. Dem müsse die Bürgerschaft noch zustimmen. Durch die geplanten Lärmschutzmaßnahmen werde es für die Anwohner in Wilhelmsburg und vor allem Kirchdorf-Süd deutlich leiser, ergänzte Rieckhof. Berechnungen zufolge soll der Lärmpegel von großteils mehr als 65 Dezibel (dbA) auf bis zu 50 zurückgehen.

"Wir haben Wort gehalten - der Wilhelmsburger Deckel kommt", ergänzte Rieckhof. Der Tunnel, der mit seinem Deckel Raum für weitere Stadtentwicklung biete, sei ein Wunsch der Anwohner gewesen. Ihnen sollte am Abend bei einem Bürgerdialog der Entwicklungsstand präsentiert werden. Außerdem sei es wichtig gewesen, die Tunnel-Entscheidung noch in diesem Jahr vom Senat zu fällen, sagte Rieckhof. Denn zum 1. Januar geht die Auftragsverwaltung für Hamburgs Autobahnen und rund 22 Kilometer Bundesstraßen an die neugegründete Autobahn GmbH des Bundes über, die dann die Planungen übernehme. Sie wird mit einer Niederlassung in Hamburg vertreten sein.

Das vom Bund finanzierte Projekt A26 im Volumen von rund einer Milliarde Euro schließt in Hamburg an das im Bau befindliche A26-Teilstück in Niedersachsen an, führt über die A7 Richtung Osten über die Süderelbe und Hohe Schaar bis zur Autobahn A 1. Im westlichsten Bereich sollen die Arbeiten im zweiten Quartal 2020 beginnen.

Die hieran anschließende Hafenpassage von der A7 bis zur A1 umfasst drei Abschnitte: Für den ersten werde der Planfeststellungsbeschluss in 2020 erwartet, für den mittleren, 3,8 Kilometer langen Abschnitt inklusive einer neuen Hochbrücke über die Süderelbe solle noch dieses Jahr die Planfeststellung beantragt werden. Für den östlichen Abschnitt Wilhelmsburg liege die Entwurfsplanung dem Bund zur Genehmigung vor, berichtete der Staatsrat. Sie beinhaltet den Tunnel, in den Autofahrer von der A1 kommend direkt aus einer Lärmschutzgalerie einfahren können. Sie schirmt bei Stillhorn den Stadtteil Kirchdorf-Süd ab, auf der Gegenseite an der A1-Auffahrt gen Norden werden Lärmschutzwände installiert. Die Autobahnraststätten beiderseits müssen weichen.

Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hatte angekündigt, aus ökologischen Gründen gegen den Planfeststellungsbeschluss für den ersten Abschnitt zu klagen. "Eine neue Stadtautobahn ist ökologisch von Vorgestern und finanziell nicht vertretbar", konstatierte Nabu-Chef Alexander Porschke.

Nach Auffassung der Verkehrsbehörde entlastet die A 26 die Stadtteile Wilhelmsburg und Harburg von Lärm und Schadstoffemissionen und bündelt die Transitverkehre. Die Hafenverkehre würden dort auf die Autobahn gelenkt werden, wo sie entstehen, bekräftigte der Staatsrat. Erwartet wird eine erhebliche Reduzierung des Lkw-Verkehrs auf umliegenden Bundes- und Stadtstraßen. Je nach Abschnitt werden auf der geplanten Hafenpassage 40.000 bis 60.000 Fahrzeuge täglich erwartet, davon bis zu 14.000 Lkw.

Die Hamburger Grünen hatten im Sommer infrage gestellt, ob der Autobahnbau tatsächlich noch notwendig sei. Sie stellten sich damit gegen ihren Koalitionspartner SPD. Die Sozialdemokraten verwiesen darauf, das gemeinsame Vorgehen beim Ausbau der Hafenpassage mit den Grünen im Koalitionsvertrag festgeschrieben zu haben.

Der Vorsitzende der CDU-Fraktion, André Trepoll, unterstrich die Bedeutung der "wichtigen Verkehrsader für Hamburgs Süden", die den Verkehrskollaps dort verhindere. Die Überdeckelung entlang der Wohngebiete sei eine gute Lösung für die Anwohner und biete städtebauliches Potenzial. "Die Hafenautobahn A26 muss kommen, besser heute als morgen." Trepoll kritisierte die Grünen, ihre eigenen Zusagen brechen zu wollen. "Mit einer solchen Unzuverlässigkeit und Planlosigkeit lässt sich kein Wirtschaftsstandort wie Hamburg gut regieren."

Quelle: DPA