9. August 2013 - 8:27 Uhr

Abdrücke wurden auch ohne Einwilligung entnommen

Datenklau ist momentan in aller Munde. In einer Hamburger Schulkantine sollen Kinder seit der Sommerpause ihren Fingerabdruck abgeben, bevor sie ihr Essen bekommen. Die Eltern und Schüler einer Grundschule in Hamburg Barmbek konnten sich entscheiden, ob sie mit einem modernen Chip bezahlen oder ihren Fingerabdruck hinterlegen. Brisanz erhält es laut einem Bericht der 'Bild' dadurch, dass auch von Kindern, die keine Einwilligung der Eltern hatten, Fingerabdrücke genommen worden sind.

Das Abrechnungssystem, betrieben von der Firma People & Projects IT, wird an zwölf Schulen in Hamburg eingesetzt. Ein Unternehmenssprecher bezeichnet das System als sicher, Datenmissbrauch sei nicht möglich. Zu den Vorwürfen, dass auch Kindern ohne Einwilligung Abdrücke entnommen wurden, sagte der Unternehmenssprecher: "Wir haben alle Daten sofort gelöscht."

Politik schaltet sich ein

Die Piratenpartei in Hamburg berichtet, dass sogar Einsprüche zahlreicher Eltern ignoriert worden seien. "Wenn es stimmt, dass Kindern mit leerem Magen gedroht worden ist, um an ihre Fingerabdrücke zu kommen, muss die Schulbehörde personelle Konsequenzen in Betracht ziehen", sagte der Spitzenkandidat der Hamburger Piraten, Sebastian Seeger.

Karin Prien (CDU), Schulexpertin und Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft, hat mittlerweile eine Anfrage an den Senat gestellt, um zu erfahren, wer die Daten erhebt, wie viele Schulen dieses Verfahren wählen, wie der Datenschutzbeauftragte sich dazu äußert und wer das Verfahren überwacht.