Neue Anreize für Fahrradfahrer im Norden

Rauf auf's Rad und Prämien kassieren

Radverkehr soll mit 300 Millionen Euro gefördert werden
Radverkehr soll mit 300 Millionen Euro gefördert werden
© dpa, Moritz Frankenberg, mof nic

09. April 2021 - 16:38 Uhr

Fahrradprämien für Pendler in Hamburg

Die Idee ist ganz simpel: Rauf aufs Fahrrad, Kilometer zählen – und Prämie kassieren. Die App "Rad+" der Deutschen Bahn wandelt die gefahrenen Kilometer in ein Guthaben um. Und das wiederum kann man zum Beispiel für einen Kaffee, Postkarten oder Rabatte in einer Bahnhofsbäckerei einlösen. Für 30 gefahrene Kilometer etwa gibt es beispielsweise ein Buttercroissant beim Biobäcker, für 200 Kilometer eine Fahrradinspektion.

Das neue Angebot soll Pendlern einen Anreiz geben, auf Rad und Schiene umzusteigen. Das Aktionsgebiet beschränkt sich daher zunächst auf die Hamburger Stadtteile Harburg und Bergedorf, die beide als Pendlerbezirke bekannt sind.

So funktioniert die App

Bei eingeschaltetem GPS und aktivierter App erkennt das System, dass sich der Reisende auf einem Fahrrad fortbewegt. Die gefahrenen Kilometer werden gezählt und gespeichert.

Eingeführt worden war die App im vergangenen Juni in Ahrensburg, seitdem haben sie dort etwa 1.000 Personen genutzt. Sie steht kostenlos zum Download bereit, persönliche Daten werden nicht erhoben.

Boom: Pop-Up-Radwege

In Hamburg poppen immer mehr Pop-Up-Radwege auf – so soll Platz für Radfahrer geschaffen werden. Zu Lasten der Autofahrer: Denn für den neuen Radweg muss eine Autofahrspur weichen. Berlin hatte die Idee zuerst. Die Hauptstadt wollte damit auf die vielen Menschen reagieren, die in Pandemie-Zeiten vom Bus aufs Fahrrad umgestiegen sind. Hamburg zog im Herbst 2020 nach - aber vor allem, um neue Radwege auszuprobieren.

Trend: Lastenräder

Vor allem in Niedersachsen boomt der Verleih von Lastenrädern. Städte wie Oldenburg schaffen einen zusätzlichen Anreiz, sich solche Räder zu kaufen: Im Rahmen einer Förderung stehen in diesem Jahr rund 100.000 Euro zur Verfügung, um den Kauf von Lastenrädern zu unterstützen. Die Nachfrage ist enorm – fast 150 Anträge sind bereits am Anfang eingegangen: "Die Förderprämie war schon nach einem Monat ausgeschöpft", sagt der Stadtsprecher Stephan Onnen. Die meisten Käufe wurden von Familien mit Kindern getätigt, doch auch einige Gewerbetreibende nutzten die Chance auf finanzielle Unterstützung beim Lastenradkauf. Eine Aufstockung der Fördermittel ist im Gespräch.

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