Genau zum Schulstart wird die Stadt zum Corona-Hotspot

Hamburg überschreitet Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner

19.10.2020, Hamburg: Schüler einer 13.Klasse der Oberstufe der Stadtteilschule Niendorf sitzen mit Mund-Nasen-Bedeckungen im Deutsch-Unterricht. Nach zwei Wochen Herbstferien hat an Hamburgs Schulen am Montag wieder der Unterricht begonnen. Für Beruf
Schule in Hamburg
dbo cul, dpa, Daniel Bockwoldt

50,6 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner

Es hat sich bereits gestern angebahnt und seit Montagmittag steht es fest: Hamburg hat den kritischen Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Laut Gesundheitsbehörde herrscht in der Hansestadt ein Wert von 50,6. Damit gilt Hamburg als deutscher Hotspot und das bringt einige Einschränkungen mit sich. Ganz offiziell ist diese Einstufung allerdings noch nicht. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Sieben-Tage-Wert für Hamburg am Montag mit 42,9 an. Die Behörde erklärte die Differenz der Werte mit zeitlichen Verzögerungen bei der Erfassung der Fälle in Berlin.

Jetzt greifen schärfere Regeln

„Es ist damit zu rechnen, dass jetzt im Laufe dieser Woche eine neuerliche Verordnung aktualisiert und beschlossen wird, die wird schon am nächsten Wochenende Gültigkeit haben“, so Martin Helfrich, der Sprecher der Gesundheitsbehörde.

Bereits am 15. Oktober haben sich Bund und Länder darauf geeinigt, dass die Regeln verschärft werden müssen, sobald eine Stadt oder ein Gebiet den kritischen Inzidenzwert von 50 überschreitet. Im öffentlichen Raum dürfen sich dann nur noch zehn Personen treffen. Bei Feiern dürfen sich ebenfalls nur zehn Personen im öffentlichen Raum treffen – bei privaten Feiern dürfen die zehn Personen nur aus maximal zwei Hausständen treffen. Eine Sperrstunde ab 23 Uhr in der Gastronomie gilt bereits seit Samstag (17.10.2020). Auch Veranstaltungen sind bereits auf 100 Teilnehmer begrenzt worden.

Schulstart mit neuen Regeln

Die Herbstferien sind in Hamburg vorbei. Jetzt sitzen die Schüler wieder gemeinsam im Klassenzimmer. Manche sind von Urlaubsreisen zurückgekehrt – die Verbreitung des Coronavirus muss unbedingt verhindert werden. Deswegen müssen sich die Schüler jetzt auch an neue Regeln gewöhnen. Alle 20 Minuten muss stoßgelüftet werden. In der Oberstufe und in Berufsschulen ist eine Maske auch im Unterricht Pflicht. Für Lehrerin Michaela Fröh der Stadtteilschule Niendorf eine wichtige und verständliche Maßnahme, dennoch sieht sie auch Nachteile: „Letztendlich kommuniziert man ja nicht nur über Sprache, sondern man kommuniziert auch über die Mimik und die Mimik ist bei uns allen sehr sehr eingeschränkt und das schränkt natürlich sehr die Kommunikation ein, das merkt man schon. Aber wir versuchen das Beste daraus zu machen.“

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Touren ins Nachbarland erlaubt

Auch wenn Hamburg jetzt ein Corona-Hotspot ist, dürfen die Hanseaten Ausflüge in Richtung Nord- oder Ostsee starten. Ein erneutes, generelles Betretungsverbot wie vor einigen Monaten gibt es bisher nicht. "Auch Zweitwohnungsbesitzer dürften weiterhin einreisen, denn die Nutzung der eigenen Ferienwohnung in Schleswig-Holsteins fällt nicht unter das touristische Beherbergungsverbot", erklärt Helfrich. Von unnötigen Reisen rät die Gesundheitsbehörde in Hamburg aber ab.