6. Juni 2019 - 11:28 Uhr

Ungewöhnliche Idee der Grünen soll Nahverkehr um Hamburg entlasten

Seilbahnen verbindet man ja eher mit Skigebieten oder mit Großstädten in Südamerikas Gebirgen (im Bild: La Paz). Deswegen mag die Idee der Grünen aus Pinneberg bei Hamburg zunächst für Stirnrunzeln sorgen. Doch so abwegig ist das gar nicht, findet Jens Clausen, Kreistagsabgeordneter für die Grünen in Pinneberg: "Die Seilbahn könnte eine ernstzunehmende Alternative im Nahverkehr sein. Sie konkurriert nicht mit anderen Verkehrsmitteln, sie kann mit Ökostrom betrieben werden und nimmt nicht viel Platz weg." Außerdem, so Clausen weiter, könne sie viel öfter abfahren, als ein Bus, der in Zubringerregionen um Hamburg teilweise nur alle halbe Stunde fährt.

„Wir wollen niemanden das Autofahren verbieten“

Die Idee zur Seilbahn tragen die Pinneberger Grünen schon länger mit sich herum, nun sei aber der richtige Zeitpunkt sie anzubringen. "Wir wollen niemanden das Autofahren verbieten, versuchen aber verlässliche Alternativen zu schaffen", so Clausen. Dass dies funktionieren könne, zeigen einige Städte in Südamerika bereits. Dort habe man Seilbahnen gebaut, um die Menschen in den Favelas besser an die Innenstädte der Metropolen anzubinden, so Clausen. "Das ist eine ganz ausgereifte Technologie."

Wann und ob gebaut wird, ist noch unklar

Am Donnerstag soll zunächst in der Kreismitgliederversammlung der Grünen über den Vorschlag abgestimmt werden. Sollte dafür gestimmt werden, wolle die Kreistagsfraktion einen Antrag stellen, um die Kosten für den Bau einer Seilbahn zu überprüfen. Außerdem sollen die Grünen Parteikollegen auf Landesebene ebenfalls darüber abstimmen.

Ob die Seilbahn in den nächsten Jahren zum Stadtbild der Hamburger Metropolregion gehören könnte, steht also noch nicht fest. Eine innovative Idee ist es aber allemal - die kostengünstiger und umweltfreundlicher sein könnte als die herkömmlichen Verkehrsmittel.