Unterricht auf See

Schüler erleben die Reise ihres Lebens: Im segelnden Klassenzimmer von Emden nach Antigua

Schülerreise auf der "Pelican of London".
Das segelnde Klassenzimmer - Schülerreise auf der "Pelican of London".
Ocean College

Auf dem Großsegler „Pelican of London“ durch die Karibik.

Das Bordthermometer zeigt 35 Grad an und beim Mathe-Unterricht können die Jugendlichen den Blick auf Antigua genießen: Während Auslandsaufenthalte für die meisten Schülerinnen und Schüler derzeit vor allem wegen der Corona-Pandemie nicht infrage kommen, kreuzt Sophia aus Hamburg-Farmsen zusammen mit 30 anderen Schülern im Alter von 15 und 16 Jahren auf dem Großsegler „Pelican of London“ durch die Karibik.

Dieser Auslandsaufenthalt funktioniert auch in Corona-Zeiten

Schülerreise auf der "Pelican of London".
An Bord gibt es vier Stunden Schulunterricht pro Tag.
Ocean College

Nachdem gecheckt wurde, dass die Teilnehmer kein SARS-CoV-2 haben, dürfen sich nun alle völlig normal, ohne besondere Hygiene-Maßnahmen, frei an Bord bewegen. Für ein halbes Jahr tauschen sie ihre Schule mit dem „Ocean College“ auf See. Zwar ist diese Art des Auslandsaufenthaltes während der Schulzeit kostspielig und die Eltern müssen ca. 25.000 Euro dafür bezahlen, doch die Berliner Organisation versucht, demnächst auch Stipendien anzubieten.

„Für uns alle war es eine sehr besondere Erfahrung“

Anfang Oktober war der Dreimaster im niedersächsischen Emden gestartet und ist, trotz Motorpanne in Gibraltar, über die Kanarischen Inseln in Antigua angekommen. „Der erste Schritt an Land nach drei Wochen auf der Pelican war für uns alle etwas ganz Besonderes“, so Sophia nach der Atlantiküberquerung. Weiter schwärmt die 16-Jährige: „Für uns alle war es eine sehr besondere Erfahrung, die wir wahrscheinlich niemals mehr vergessen werden.“ Auf dem öffentlichen Instagram-Kanal „oceancollege“ posten die Schüler ihre Eindrücke.

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Zweimal mit der „Pelican of London“ über den Atlantic

Auf dem segelnden Klassenzimmer leben und lernen Schüler aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Frankreich zusammen mit drei Lehrern, Betreuern und Mentoren. Neben dem normalen Schulstoff wird den Jugendlichen noch das Leben und Arbeiten auf See nähergebracht. Insgesamt überqueren sie dabei zweimal den Atlantik. Laut Veranstalter gab es anfänglich zwar noch Heimweh, allerdings sei die Truppe schnell zu einer Zweitfamilie zusammengewachsen.

Zwischen Schule und Segel setzen

Schülerreise auf der "Pelican of London".
Die Mannschaft an Bord wird zur Zweitfamilie.
Ocean College

Der Tagesablauf ist sehr geregelt und arbeitsintensiv. Jeder Schüler muss vier Stunden am Tag Wache halten und hat vier Stunden Schule. Außerdem gebe es an Bord immer was zu tun, so Franziska Müller von OceanCollege. Dazu gehöre Segel setzen, nautischer Unterricht, Boot säubern oder Gally-Dienst. Damit ist der Küchendienst gemeint, den jeder Schüler abwechselnd einen ganzen Tag hat.

Weihnachten wird auf Curaçao gefeiert

Aber es gibt auch Raum für Spiele und besondere Aktionen. So wird ein Segel auch mal als Leinwand für einen Filmabend genutzt. Weihnachten feiert die Besatzung übrigens auf der Karibikinsel Curaçao. Und der Weihnachtsmann hat sich bereits für den Morgen des 25. Dezembers angekündigt. Und den Anblick, wenn der Weihnachtsmann mit seinem Dingi über das türkisblaue Meer zur „Pelican of London“ düst, wird wohl auch kein Schüler an Bord mehr vergessen.