Hamburg: Nach angeblicher Vergewaltigung von Mädchen wird Verdächtiger aus U-Haft entlassen

Mansor S. soll die 14-Jährige angeblich sexuell belästigt haben.
Mansor S. soll die 14-Jährige angeblich sexuell belästigt haben.
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17. August 2018 - 22:31 Uhr

"Angaben der Hauptbelastungszeugin lassen sich (...) nicht mit ausgewerteten Beweismitteln vereinbaren"

Sechs Tage nach der angeblichen Vergewaltigung einer 14-Jährigen in der Hamburger Innenstadt ist der verhaftete Afghane wieder freigelassen worden. Der Haftbefehl gegen den 30-Jährigen sei am Freitag aufgehoben worden, weil zurzeit kein dringender Tatverdacht mehr bestehe, sagte Oberstaatsanwalt Carsten Rinio. Der Grund: "Die bisherigen Angaben der Hauptbelastungszeugin lassen sich in wichtigen Punkten nicht mit den inzwischen ausgewerteten Beweismitteln vereinbaren."

Mann wurde zunächst festgenommen

Der abgelehnte Asylbewerber wurde nach Angaben der Polizei beschuldigt, die 14-Jährige am Samstagmorgen in einem Hauseingang an der Mönckebergstraße vergewaltigt zu haben. Nach der Tat habe der stark alkoholisierte Mann das Mädchen in die U-Bahn verfolgt. An der Station Hoheluftbrücke sei die 14-Jährige ausgestiegen und habe an einer nahe gelegenen Tankstelle um Hilfe gebeten. Die Polizei konnte den 30-Jährigen dort festnehmen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft hatte ein Haftrichter am Sonntag einen Haftbefehl erlassen. Im juristischen Sinne gehört zur Vergewaltigung alles, was mit dem Eindringen in den Körper verbunden ist.

Scharfe Reaktionen aus der Politik

Der Fall hatte scharfe Reaktionen aus der Politik hervorgerufen. Die Behörden hatten Angaben zum Aufenthaltsstatus und zu den Vorstrafen des Verdächtigen bestätigt. CDU-Abgeordnete des Bundestages und der Hamburgischen Bürgerschaft stellten die Frage, warum der Mann nicht längst im Gefängnis gesessen habe oder abgeschoben worden sei. Grünen-Politiker Konstantin von Notz hatte dagegen vor Stimmungsmache gegen Ausländer gewarnt.