Albtraum aller Eltern

Kinder allein im Zug - Kamikaze-Papa springt auf fahrenden ICE

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15. August 2019 - 10:30 Uhr

ICE-Surfer am Hamburger Hauptbahnhof: Dem Mann drohen bis zu fünf Jahre Haft

Der Zug mit den Kindern fährt ab, während Vater oder Mutter noch am Bahnsteig stehen - die Horrorvorstellung aller reisefreudigen Eltern. Genau das ist jetzt einem 42-Jährigen am Hamburger Hauptbahnhof mit seinen beiden sieben und neun Jahre alten Kindern passiert. Der Vater fackelte nicht lange und wurde zum ICE-Surfer. Eine brandgefährliche Aktion, die Konsequenzen nach sich zieht.

Mann klammert sich an Zug: ICE musste Notbremsung durchführen

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An einem solchen Faltenbalg hatte sich der Vater festgeklammert. Foto: Symbolbild
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Wie die Bundespolizei mitteilte, habe der tollkühne Papa am Dienstag auf dem Bahnsteig geraucht und deshalb die Abfahrt des Zuges verpasst. Daraufhin sei er kurzerhand auf den bereits rollenden ICE 883 nach München aufgesprungen und habe sich an den Faltenbalg zwischen zwei Wagen geklammert.

Als ein Reisender wenig später beim Blick durch das Zugfenster bemerkte, wie der Familienvater in Stuntman-Manier versuchte, außen am Zug in Richtung Tür zu kraxeln, alarmierte er den Angaben zufolge den Zugbegleiter, der eine Schnellbremsung des ICE veranlasste. Im Bereich des Hamburger Oberhafens sei der 42-Jährige dann an Bord genommen worden - um an der nächsten Station Hamburg-Harburg der Bundespolizei übergeben zu werden. Die Polizisten hätten den Bahn-Surfer und seine Kinder "mit aufs Revier genommen und befragt", so Thomas Hippler von der Bundespolizei Hamburg. "Anschließend haben die Beamten Strafanzeige wegen einem gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr gestellt."

Das Strafmaß betrage in einem solchen Fall bis zu fünf Jahre. "Wobei es immer auch Ermessenssache ist, da es schon ein Unterschied ist, ob man auf eine S-Bahn springt, oder aus Panik, weil die Kinder da noch drin sind", sagt Hippler.

Nicht bahnsurfen - Bahn-Mitarbeiter alarmieren!

Was können Eltern in einem solchen Fall tun, statt blindlings auf den Zug zu springen? Hippler klärt auf: "Der Vater hätte sich bei einem Mitarbeiter der Bahn oder bei der Bundespolizei melden können, dann wären die Kinder im nächsten Bahnhof sicher aus dem Zug geholt worden. So hat er sich und andere Reisende durch die Schnellbremsung unnötig in Gefahr gebracht."