Trotz nie da gewesener Corona-Fallzahlen

Lage auf den Intensivstationen in Hamburg noch überschaubar

Prof. Herborn vom Asklepios-Klinikum Hamburg und RTL-Reporterin Linda Mürtz im Gespräch
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29. Oktober 2020 - 17:37 Uhr

Corona-Virus in Hamburg kontrollieren

Um eines kommen wir alle nicht herum: Wir müssen uns einschränken, um die Verbreitung des Corona-Virus unter Kontrolle zu bekommen. Und auch, um die Situation in den Krankenhäusern nicht eskalieren zu lassen. Wie es da momentan aussieht, darüber haben wir mit Prof. Dr. Christoph Herborn von den Asklepios Kliniken in Hamburg gesprochen.

"Corona-Maßnahmen sind richtig"

Wie wichtig sind die neuen Einschränkungen für das Gesundheitssystem?

Prof. Dr. Christoph Herborn: "Die sind sehr wichtig, weil wir in der Tat Herr der Pandemie werden müssen. Und das bedeutet, dass wir das Infektionsgeschehen, was in den letzten Wochen sehr dynamisch gewesen ist und was bisher nicht da gewesene Fallzahlen produziert hat, durchaus bekämpfen müssen. Und da sind tatsächlich die Einschränkungen und die Entscheidungen, die getroffen wurden, richtig und haben hoffentlich den erwünschten Effekt."

Circa 150 Corona-Patienten auf Hamburger Intensivstationen

Wie sieht es denn momentan ganz konkret auf den Intensivstationen in Hamburg aus?

Prof. Dr. Christoph Herborn: "Ganz konkret in Hamburg ist die Situation auf den Intensivstationen zum Glück noch weitestgehend entspannt. Für Asklepios gesprochen haben wir gut 80 Patienten mit Covid-19, die stationär versorgt werden. Davon ist ein gutes Viertel, ungefähr 20 Patienten, auf den Intensivstationen und wird eben dort versorgt. Das ist relativ wenig. In Hamburg haben wir gut 150 Patienten, das heißt, etwas mehr als die Hälfte der Patienten wird bei Asklepios versorgt und die Situation ist insgesamt noch – im stationären Geschäft – überschaubar und ruhig."

Immer mehr Menschen müssen stationär behandelt werden

Das sorgt bei manchen für ein Gefühl der "falschen Sicherheit", weil man jetzt hört, dass die Fallzahlen der schweren Verläufe noch relativ gering sind im Vergleich zur ersten Welle, auch die der Todesfälle. Inwiefern stimmt dieses Gefühl und was könnte noch auf uns zukommen?

Prof. Dr. Christoph Herborn: "Es ist tatsächlich so, dass die Infektionen der letzten Wochen vornehmlich jüngere Leute betroffen haben, die die Infektionen besser wegstecken. Wir sehen jetzt auch eine Zunahme von älteren Patienten und daher auch wie im Frühjahr dieses Jahres eine Hospitalisierung, das heißt, eine Bedürftigkeit in stationärer Versorgung zu genesen."