Bilanz zum Corona-Jahr

Immer mehr kranke Welpen werden in Tierheimen abgegeben

04. Januar 2021 - 18:29 Uhr

Viele kauften sich in der Coronakrise online einen Welpen

Im Hamburger Tierheim Süderstraße blickt Tierärztin Urte Inkmann besorgt auf die Hundezwinger: Drei- bis vierfach so viele Hundewelpen wie in den Vorjahren wurden hier 2020 abgegeben. "Die Tiere waren oft krank, sind auch teilweise verstorben", bedauert die tierärztliche Leiterin. Wer hier im Tierheim neben Hundewelpen gerade auf ein neues Zuhause wartet, zeigen wir im Video.

Illegaler Welpenhandel boomt in der Coronakrise

Ein Welpe im Hamburger Tierheim Süderstraße
Ein Welpe im Hamburger Tierheim Süderstraße
© RTL Nord

Organisierte Banden machen in Corona-Zeiten das große Geschäft. Viele Menschen bestellen sich über das Internet unbedarft einen Welpen, ohne zu wissen, dass die Tiere häufig viel zu früh von der Mutter weggenommen und unter miserablen Haltungsbedingungen groß gezogen wurden. Schnell und vor allem billig sind sie zu haben, doch häufig werden sie schon nach kurzer Zeit in ihrem neuen Heim krank oder verhaltensauffällig. Dann wollen die Besitzer sie scheinbar oft wieder loswerden.

Medizinische Versorgung der Welpen kostet viel Geld

Statt mit den kleinen Vierbeinen zum Tierarzt zu gehen, geben Hundehalter im vergangenen Jahr das Tier vermehrt einfach im Tierheim ab. Dort müssen sie dann aufwendig medizinisch versorgt und wieder aufgepäppelt werden müssen. Zahlreiche Impfungen und eine Tollwutquarantäne sind nötig, bis sie weitervermittelt werden können. Die Tierheime setzt das finanziell unter zusätzlichen Druck. Deshalb appellieren Tierschützer: Informieren Sie sich genau über die Herkunft eines Hundes, bevor sie ihn kaufen. Ein Tier bedeutet viel Verantwortung!