"Hallo Taxi!"

Der Ruf, den es seit Corona kaum mehr gibt!

Ein Taxifahrer wartet auf einen Einsatz.
Ein Taxifahrer wartet auf einen Einsatz.
© dpa, Jonas Walzberg, jwp exa vco

13. April 2021 - 14:55 Uhr

"Ich fahre 70 Stunden Taxi und verdiene kein Geld!"

Taxifahren ist gerade vor allem eins: Ein Minusgeschäft. Denn nachts amüsiert sich schon lange niemand mehr auf der Hamburger Reeperbahn. Das spürt Bernd Hoffmann ganz deutlich. Seit 1977 ist er Taxifahrer, doch die Corona-Pandemie trifft ihn und seine Branche härter als jede Krise zuvor: "Ich fahre momentan 70 Stunden die Woche und verdiene kein Geld, ich kriege gerade so die Kosten irgendwie gedeckelt und das war's - aber ansonsten ist da nichts."

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Verlierer der Corona-Krise

"Heute kann man froh sein, wenn du nach 20 Minuten eine Tour kriegst", erzählt uns der Hamburger Taxifahrer Bernd Hoffmann.
"Heute kann man froh sein, wenn du nach 20 Minuten eine Tour kriegst", erzählt uns der Hamburger Taxifahrer Bernd Hoffmann.
© dpa, Ole Spata, ole jol htf uk fdt lof cgt dna

Taxifahrer gehören zu den großen Verlierern der Corona-Krise. Ihre Einnahmen stürzten ins Bodenlose, viele Fahrer haben mittlerweile aufgegeben. Im vergangenen Jahr hat Bernd Hoffmann schon 25.000 Euro verloren, da half auch die Soforthilfe von 9.000 Euro nur wenig. Mit seinem Taxi fährt er normalerweise 100.000 Kilometer pro Jahr. Etwas mehr als ein Jahr nach Ausbruch der Corona-Pandemie sind es gerade einmal knappe 42.000 mehr geworden. "In normalen Zeiten, wenn man 20 Minuten steht - wird man langsam nervös. Heute kann man froh sein, wenn du nach 20 Minuten eine Tour kriegst", so Hoffmann.

"Wir sind immer die ersten, die in den Keller gehen!"

Quelle: dpa
Taxi wartet auf Einsatz
© dpa, Stefan Sauer, sts;cse lof

Sonderlich viele Fördermittel gibt es für Taxifahrer auf dem Weg zurück zur Normalität nicht: Wo Geschäfte die Ladenmieten ersetzt bekommen, müssen Taxifahrer die hohen Raten für ihre Fahrzeuge, die meistens finanziert sind, zum großen Teil selbst tragen. Hoffmann lebt derzeit von Ersparnissen. Viele seiner Kollegen können allerdings nicht mehr: "Die Leute sparen beim Friseur und beim Taxifahren und beim Essengehen oder so. Wir sind immer die ersten, die in den Keller gehen und die letzten, die wieder hochkommen!" Sein Taxi stillzulegen, ist aber auch keine Option, denn durch die Betriebspflicht ist die Branche ein Teil des ÖPNV und deshalb müssen immer genug Taxen auf der Straße sein.

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