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Hamburg: 18-Jähriger stirbt nach Vollnarkose in Zahnarztpraxis

Hamburg: 18-Jähriger stirbt nach Vollnarkose in Zahnarztpraxis

18-Jähriger stirbt unter Vollnarkose

Der Eingriff muss für den jungen Patienten eine große Überwindung gewesen sein: Weil er offenbar panische Angst vor dem Zahnarzt hatte, ließ ein 18-jähriger Hamburger am vergangenen Freitag eine Wurzelbehandlung unter Vollnarkose durchführen – doch aus der wachte er nicht mehr auf.

Patient beim Zahnarzt
Offenbar hatte der Patient auf die Vollnarkose bestanden (Symbolbild)

Seit den Morgenstunden soll der junge Mann in der Zahnarztpraxis im Hamburger Stadtteil Altona behandelt worden sein. Einem Bericht des NDR zufolge habe sich sein Zustand während des Eingriffs jedoch plötzlich verschlechtert. Daraufhin habe der Anästhesist der Praxis den 18-Jährigen mit Medikamenten versorgen müssen und anschließend versucht, eine Herzmassage durchzuführen.

Erst nach rund zehn Stunden soll der Rettungsdienst der Feuerwehr hinzugerufen worden sein. Zu diesem Zeitpunkt hatte übereinstimmenden Berichten zufolge die Leichenstarre bei dem jungen Mann bereits eingesetzt. Dies würde bedeuten, dass er schon früher verstarb.

Ermittlungsverfahren gegen Anästhesisten

Arzt hält Spritze in der Hand
Die Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt gegen den Anästhesisten (Symbolbild)

Laut der behandelnden Zahnärztin habe es sich bei dem Eingriff um eine Wurzelbehandlung mit mehreren Füllungen gehandelt. Der Patient habe ausdrücklich gewünscht, dass er hierfür unter Vollnarkose gesetzt werde.

Jetzt hat die Hamburger Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet. Unter Verdacht steht der 59-Jährige Anästhesist, der den Patienten unter Vollnarkose gesetzt haben soll.

Beamte haben den Berichten zufolge zwischenzeitlich offenbar sämtliche bei der Narkose eingesetzten Apparaturen beschlagnahmt. Sie sollen jetzt von einem Sachverständigen ausgewertet werden Die Obduktion der Leiche soll Aufschluss darüber geben, was genau dem Patienten zugestoßen ist.