News
Aktuelle Nachrichten, Schlagzeilen und Videos

Hambacher Forst: Umweltaktivisten gegen RWE – der Kampf wird immer verzweifelter

Sophie kämpft für den Hambacher Forst
Sophie kämpft für den Hambacher Forst RWE will den Wald roden 13:03

Umweltaktivisten wollen, dass der Hambacher Forst bliebt

Der Hambacher Forst zwischen Aachen und Köln war früher einmal 4.100 Hektar groß. Das Problem ist nur: Der Wald liegt am größten europäischen Braunkohle-Tagebau, deshalb müssen die alten Buchen und Eichen den riesigen Baggern von RWE weichen. 3.900 Hektar Wald wurden laut RWE Power bereits vernichtet, um an die Braunkohle in der Erde zu kommen. Um das verbleibende Stückchen Natur im Hambacher Forst kämpfen Umweltaktivisten, aber auch gewaltbereite Waldbbesetzer hartnäckig, doch es sieht nicht gut aus.

"Das ist ein Stück Wald, den wir nie wieder aufbauen können"

Der Energiekonzern hat die Genehmigung, ab dem 1. Oktober mit der Rodung des Waldstücks zu beginnen. Mehrere Aktivisten versuchen das zu verhindern, indem sie den Wald besetzen. Manchen ist jedes Mittel Recht, um die Bäume im Hambacher Forst zu schützen.

Die Polizei und RWE rüsten sich dafür, den Wald zu räumen. Der Konflikt lädt sich immer weiter auf. Denn bei den Aktivisten handelt es sich bei weitem nicht nur um Naturfreunde: Die Polizei stellt sich auf gewalttätige Extremisten aus ganz Europa ein. "Wir haben es nicht mit harmlosen Umweltschützern aus der Nachbarschaft zu tun, sondern mit Leuten, die nicht Bäume retten wollen sondern den Staat abschaffen“, sagte dazu NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU). Die RTL-Reporterinnen Sarah Klößer, Helena Kaufmann und Alina Schulz haben sich trotz der explosiven Stimmung in den Wald gewagt, um mit den Aktivisten zu sprechen.

"Ich fühle mich gerade megatraurig und verzweifelt", berichtet zum Beispiel Sophie, die für den Erhalt des Hambacher Forsts kämpft. "Das ist ein Stück Wald, den wir nie wieder aufbauen können." Doch gegen den Energiekonzern hätten sie und ihre Mitstreiter einfach keine Chance. "Wir sind alles junge Leute, die sich für die Natur einsetzten wollen. Aber wir sind einfach machtlos", erzählt sie. Die ganze Reportage sehen Sie im Video.

Polizei befürchtet Gewalttaten, wenn die ersten Bäume fallen

Seit 2012 besetzen Kohlegegner den Hambacher Forst, der längst zum Symbol für den Kampf gegen den Klimaschutz geworden ist. RWE hält die umstrittenen Rodungen für "zwingend erforderlich". Eine vorübergehende Aussetzung der geplanten Rodung würde die Stromerzeugung in den Kraftwerken in Frage stellen.

Auch von der Politik können sich die Aktivisten kaum Hilfe erhoffen. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet will sich nicht einmischen. RWE müsse entscheiden, ob und wann mit der Rodung begonnen werde. Die Landesregierung könne da nicht vermitteln. Auch die SPD-Chefin Andrea Nahles sieht das so.

Die Gewerkschaft der Polizei befürchtet, dass es zu heftiger Gegenwehr und Gewalttaten kommt, falls die Beamten den Wald zu räumen. Der Aachener Polizeipräsident Dirk Weinspach sprach von einer Gewalteskalation innerhalb kürzester Zeit. Einsätze seien nur noch unter Körperschutz und mit massiven Kräften möglich.

Mehr News-Themen