1. November 2017 - 17:49 Uhr

Unerwarteter Besucheransturm in Köln

Die Kölner Polizei hat eine Bilanz der Polizeieinsätze in der diesjährigen Halloween-Nacht gezogen: Mehr Besucher als erwartet waren zum Feiern nach Köln gekommen, was für mehr Polizeieinsätze sorgte. Unter anderem sammelten sich "alkoholisierte und aggressive Männergruppen vermehrt arabischen und nordafrikanischen Aussehens" am Kölner Hauptbahnhof, dem Dom und in der Kölner Altstadt, die die Polizei auf Trab hielten, heißt es in der Pressemitteilung der Polizei NRW Köln.

Einsatzkräfte aus anderen Behörden eingefordert

Aufgrund des hohen Besucheransturms forderte die Polizei Verstärkung aus umliegenden Behörden an, um Szenen wie in der Silvesternacht 2015/16 zu verhindern. Dadurch konnte die teilweise "'aufgehitzte' Stimmung" beruhigt werden, heißt es weiter. Die rund 100 zusätzlichen Kräfte "überprüften verdächtige Personengruppen, stellten mehrere hundert Personalien fest und erteilten eine Vielzahl von Platzverweisen".

Drei Sexualdelikte in Köln angezeigt

Die Beamten mussten hauptsächlich Streitigkeiten und Schlägereien klären. Allerdings wurden auch drei Sexualdelikte zur Anzeige gebracht, bei denen Frauen "'begrabscht'" wurden. In Köln und Leverkusen wurden insgesamt 33 Menschen in Gewahrsam genommen.

Situation in NRW blieb insgesamt ruhig

Die Polizei-Bilanz für Nordrhein-Westfalen insgesamt fiel hingegen positiver aus: "Es gab Körperverletzungen, Unfug - eben alles, was im Zusammenhang mit Alkohol steht", sagte ein Polizeisprecher aus Aachen.

Neben Köln hatte die Polizei in NRW einzig in Essen alle Hände voll zu tun: Dort musste der Bahnhof wegen Streitigkeiten einer Gruppe mit 200 Reisenden und Teilnehmern eines 'Zombie-Walks' für eine Stunde gesperrt werden. Die Polizei sprach in der Nacht 1.200 Platzverweise aus. Sie hob aber explizit hervor, dass die Vorfälle in Essen "in keiner Weise" mit der Kölner Silvesternacht 2015/2016 zu vergleichen seien. Es kam weder zu sexueller Belästigung noch zur Nötigung.

Jugendliche in Hamburg bewerfen Polizisten mit Böllern

In Hamburg randalierten in drei Stadtteilen mehrere Hundert Jugendliche. Am S-Bahnhof Wilhelmsburg versammelten sich bis zu 200 junge Menschen. Als Polizisten sie kontrollierten, seien sie mit Eiern und vereinzelt mit Böllern beworfen worden. Sechs Jugendliche kamen in Gewahrsam, zwei Strafverfahren wurden eingeleitet.

In Rheinland-Pfalz sprach die Polizei von demolierten Verkehrsschildern und Schlägereien. Eine friedlichere Bilanz zog die bayerische Polizei. Insgesamt habe die Zahl der Einsätze dort deutlich unter der des Vorjahrs gelegen. Größere Einsätze blieben auch in Baden-Württemberg aus.

Halloween beliebt wie eh und je

Fernab von Gewalt haben sich an Halloween auch viele Menschen friedlich ins Getümmel gestürzt, um die schaurige Nacht gebürtig zu feiern. RTL-Reporter Andreas Langheim war zu Besuch auf Burg Frankenstein bei Darmstadt. Was er dort erlebt hat, sehen Sie im Video!