Mischung aus Karneval und Martinstag

Halloween: Ein europäischer Brauch kehrt zurück

17. Oktober 2020 - 14:03 Uhr

Halloween - die wichtigsten Fakten zum Fest

Eine amerikanische Mischung aus Karneval und Martinstag - das ist Halloween aus deutscher Perspektive. Vor allem das Verkleiden als Hexe, Gespenst oder Vampir wird auch hierzulande seit Jahren immer beliebter. Doch wie viele Deutsche feiern überhaupt Halloween, seit wann gibt es das Fest auch in Deutschland und woher stammt der Brauch eigentlich ursprünglich - und wissen Sie, was genau dahinter steckt?

Im Oktober tauchen plötzlich wieder tausende von ausgehöhlten Kürbisköpfen mit dreieckigen Augen und offenen Mündern auf dem nordamerikanischen Kontinent auf - und auch in Europa werden es jährlich mehr. Damit kehrt der Halloweenbrauch in abgewandelter Form dahin zurück, wo er entstanden ist. Denn Halloween ist eigentlich ein alter europäischer Brauch: Der Name Halloween leitet sich ab von "All Hallows Evening", der Abend vor Allerheiligen. Irische Einwanderer brachten das katholische Fest zu Beginn des 19. Jahrhunderts in die Vereinigten Staaten.

Jack O'Lantern war einer Sage nach ein alter, fieser, geiziger Trinker. Als der Teufel zum ersten Mal am Abend vor Allerheiligen kam, um ihn ins Jenseits zu holen, bat ihn Jack noch um einen Abschiedswhiskey. Der Teufel genehmigte ihn und Jack begab sich in einen Saloon.

Er trank, konnte aber nicht bezahlen, da er münzlos wie immer war. Also ließ sich der Teufel dazu überreden, sich selbst in eine geeignete Münze zum Bezahlen zu verwandeln. Jack aber steckte die Münze schnell in seinen Geldbeutel und verschloss ihn fest. Weil er im Geldbeutel ein silbernes Kreuz bei sich trug, konnte der Teufel sich nicht zurückverwandeln. Jack handelte mit dem Teufel: Er ließ ihn frei und der Teufel versprach, dass seine Seele noch zehn Jahre frei sein solle. Zehn Jahre später kam der Teufel wieder am Abend vor Allerheiligen, um Jack nun endgültig zu sich zu holen. Mit einer List lockte er den Teufel auf einen Baum. Damit er nicht mehr herabsteigen konnte, schnitzte Jack ein Kreuz in die Rinde und der Teufel war auf dem Baum gefangen. Jack handelte abermals mit dem Teufel: Er entfernte das Kreuz, und der Teufel versprach, Jacks Seele bis in alle Ewigkeit in Ruhe zu lassen.

Nachdem Jack viele Jahre später starb, ließ ihn der Teufel nach seinem Tod nicht in die Hölle, aber im Himmel fand der berüchtigte Trinker und Betrüger auch kein Obdach. Stattdessen musste er mit einer ausgehöhlten Rübe, die glühende Kohle zum Leuchten brachte, durch das Dunkel irren.

Seitdem wandelt seine verdammte Seele mit der Laterne am Abend vor Allerheiligen umher. Aus den irischen Rüben wurden in Nordamerika dann Kürbisse, denn Rüben waren dort Mangelware und zudem weniger praktisch als die orangefarbigen Dickbäuche.

Kürbis schnitzen: So machen Sie Kürbiskopf-Fratzen selbst

Zunächst brauchen Sie einen frischen, möglichst fleckenfreien, großen Kürbis ("Pumpkin" wird die Sorte in Deutschland genannt), aus der die runden Köpfe geschnitzt werden. Liegt er bereit, schneiden Sie mit einem scharfen, spitzen Messer eine runde oder sternförmige Öffnung ins obere Kürbisende. So groß, dass Ihre Hand bequem hindurch passt.

Jetzt die Fasern und Kerne entfernen und mit einem Löffel vorsichtig das Fruchtfleisch herauskratzen. Danach zeichnen Sie mit einem abwaschbaren Filzstift Augen, Nase und Mund aufs freundliche Orange. Jetzt erneut Löffel gegen Messer tauschen und die vorgezeichneten Muster ausstechen. Und weil eine richtige Halloween-Fratze leuchten muss, wird der hohle Kürbis mit einem Teelicht bestückt. Fertig!

Damit sich der Spaß länger hält, sollten Sie den Kürbiskopf mit Haarspray einsprühen und ihn – sobald er anfängt, schrumpelig zu werden – über Nacht in einen Eimer Wasser legen.

Durch das Aufsaugen der Feuchtigkeit werden die Falten wieder geglättet. Und die Reste vom Bastelvergnügen? Die kommen beispielsweise in eine Kürbissuppe. Die gehört zum Fest und stärkt nach den anstrengenden Schnitzübungen.

Fingerfood für Halloween
​Mit ein paar einfachen Gruselsnacks wird auch Ihr Halloween-Büffet Furcht einflößend: Knackwürstchen durchbrechen und ans runde Ende Fingernägel aus Mandeln stecken. Ketchup darauf geben: Fertig sind die abgehackten Finger! Genauso einfach und wirkungsvoll: Entkernte Litschies mit einer Weintraube "garnieren". Mit roter Lebensmittelfarbe geplatzte Äderchen ins fruchtige Auge malen und servieren.

Zu trinken gibt's natürlichen Blutersatz: Rote-Beete-Saft. Nicht für jeden Gaumen ein Genuss? Den passenden Horror-Drink zum Gruselfood gibt's auch als süße Variante: als Mix aus Zitronen-Limo und Grenadine-Sirup. In Reagenzgläsern angerichtet ist der gleich doppelt so schauderhaft.