Nach mysteriösem Tod von zwei Mitarbeiterin

Zeuginnen Beate und Nadine versuchten Hermes-Fahrer zu reanimieren

Zeugen versuchten den Hermes-Fahrer zu reanimieren Sie wählten den Nortuf
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Sie wählten den Nortuf
Zeugen versuchten den Hermes-Fahrer zu reanimieren

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Er saß leblos auf dem Fahrersitz

Es scheint eine Verkettung unglücklicher Zufälle gewesen zu sein: Beim Paketzulieferer "Hermes" in Haldensleben (Sachsen-Anhalt) sind innerhalb eines Tages zwei Mitarbeiter gestorben. Ein weiterer ist schwer verletzt. Die Anwohnerinnen Beate und Nadine fanden einen der Männer - einen 45-jährigen Fahrer - leblos auf seinem Fahrersitz und versuchten, ihn zu reanimieren. Im Video erzählen die Frauen über ihre Rettungsaktion.

"Da war nichts mehr zu machen"

"Es war nicht einfach für uns, dieser ganze Anblick", sagten die Frauen RTL. Der "Hermes"-Wagen hätte schon länger vor ihrer Haustür gestanden. Irgendwann seien sie skeptisch geworden. "Wir haben dann ins Auto geguckt." Als Klopfen und rufen nichts half, hätten sie dann den Notruf gewählt. Dann hätten sie den Fahrer aus dem Transporter gezogen. "Wir haben dann Wiederbelebungsmaßnahmen durchgeführt", erinnern sie sich. Dann sei auch schon der Rettungswagen angekommen. "Wir sind sehr betroffen. Wir haben auch gedacht, dass wir noch helfen können. Aber da war nicht mehr zu machen".

Anschließend seien sie von Polizei und Kripo befragt worden. Sie wüssten allerdings nur, dass es sich bei dem Fahrer um einen "Hermes"-Kurier handle.

Einer brach zusammen und starb

Auf dem Gelände des Hermes-Versandzentrums war am Dienstagmorgen zunächst ein Toter entdeckt worden. Der 58-Jährige sei zusammengebrochen und vor Ort gestorben, sagte ein Polizeisprecher. Am Nachmittag wurde dann in Haldensleben in einem Transportfahrzeug von Hermes ein weiterer Mitarbeiter tot gefunden. Der 45-Jährige saß leblos auf dem Fahrersitz.

Zudem wurde am Dienstag auf dem Gelände des Versandzentrums ein Mann schwer verletzt entdeckt. Dies stellte sich als "ganz normaler medizinischer Notfall" heraus.

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Leichen sollen obduziert werden

Die ungewöhnliche Häufung der Unglücksfälle am Dienstag führte bis in den frühen Mittwochmorgen hinein zu einem Großeinsatz der Feuerwehr in Haldensleben. 120 Kräfte waren im Einsatz. Der Betrieb im Versandzentrum Haldensleben mit 3.000 Mitarbeitern wurde in der Nacht zu Mittwoch vorsichtshalber vorübergehend eingestellt. Die Spätschicht wurde früher entlassen, die Nachtschicht habe nicht begonnen.

Die Leichen der beiden Männer sollten am Mittwoch obduziert werden, um die Todesursache zu klären. Hinweise auf Fremdeinwirkung gibt es laut Polizei nicht.

Der Betrieb in dem Versandzentrum stand auch am Morgen still. Das Wichtigste sei, dass die Mitarbeiter nicht gefährdet seien, sagte ein Hermes-Sprecher. Er könne noch überhaupt nicht sagen, wann der Betrieb wieder aufgenommen werde. "Die Gedanken sind bei den Verstorbenen und ihren Familien." An dem Standort in Haldensleben wickelt Hermes neben der Lagerlogistik auch die Paketzustellung ab.