Bundesanwaltschaft bestätigt:

5 Stunden Haftvorführung - Stephan B. gesteht Tat und rechtsextremistisches Motiv

11. Oktober 2019 - 18:03 Uhr

Haftbefehl gegen Halle-Attentäter

Gegen den Attentäter von Halle, Stephan B. hat der Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof am Donnerstagabend Haftbefehl erlassen. Der Todesschütze von Halle hat die Tat gestanden und auch ein rechtsextremistisches, antisemitisches Motiv bestätigt. Die Haftvorführung soll insgesamt länger als fünf Stunden gedauert haben. Dabei habe sich der Beschuldigte ausführlich zur Tat geäußert, erklärte ein Vertreter der Bundesanwaltschaft RTL. Im Video zeigen wir, wie Stephan B. mit Kopfhörern, weißem Schutzanzug und in Begleitung von Spezialkräften mit dem Helikopter zum Gebäude gebracht wird.

10.10.2019, Baden-Württemberg, Karlsruhe: Eine Person wird von Polizisten aus einem Hubschrauber gebracht. Am 10.10.2019 soll beim Bundesgerichtshof (BGH) die Haftprüfung des mutmaßliche Rechtsextremisten Stephan B., der vermutlich am 09.10.2019 in H
Attentat in Halle: Der Tatverdächtige Stephan B. wurde heute nach Karlsruhe gebracht, wo er dem Haftrichter vorgeführt werden soll.
© dpa, Uli Deck, ude wst

Attentäter von Halle wollte eigentlich Synagoge angreifen

Stephan B. soll am Mittwoch in Halle mit selbstgebauten Waffen zwei Menschen erschossen und weitere verletzt haben. Seine Opfer wählte er offenbar zufällig aus. Jana L., die sich vor der Synagoge befand, sowie kurze Zeit später Kevin S., der sich gerade einen Döner kaufen wollte. Sein eigentliches Ziel, die Synagoge in Halle, konnte er jedoch nicht erreichen, weil er an der Tür scheiterte. Womöglich wurde so ein großes Massaker verhindert. Die Bundesanwaltschaft wirft dem Schützen zweifachen Mord und versuchten Mord in neun Fällen vor.

German special police escorts Stephan B., suspected of killing two people in a shooting in Halle October 9, 2019, as he arrives in a helicopter prior to a hearing at the Federal Court in Karlsruhe, Germany, October 10, 2019. REUTERS/Ralph Orlowski
Mit einem Hubschrauber der Bundespolizei wurde Stephan B. heute in Begleitung von Spezialkräften nach Karlsruhe geflogen.
© REUTERS, RALPH ORLOWSKI, ROR/THO

"Was wir gestern erlebt haben, war Terror"

Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) und Generalbundesanwalt Peter Frank stuften die Taten von Halle als Terror ein. Bei einer gemeinsamen Stellungnahme in Karlsruhe sprach Lambrecht am Donnerstag von einem "rechtsextremistischen Terroranschlag" eines Einzeltäters. Der Schütze habe aus antisemitischen und rechtsextremistischen Gründen gehandelt, sagte die SPD-Politikerin. "Was wir gestern erlebt haben, war Terror", sagte Frank. Der Täter habe sich zum Ziel gesetzt, in der Synagoge ein Massaker anzurichten.

Attentäter streamte Tat live im Internet

Der Attentäter streamte seine Tat live auf der Internetplattform Twitch. Das Video war auch danach noch kurze Zeit auf der Plattform zu finden und wurde anschließend offenbar in rechten Kreisen verbreitet. Nach Angaben des Generalbundesanwalts wollte der Täter mit seinem Video und einem Manifest weltweite Wirkung erzielen. Ein Vorbild des Mannes sei der Attentäter von Christchurch gewesen.

Das Protokoll des Anschlags von Halle – jetzt als Doku auf TVNOW.