Haftstrafen für Auschwitz-Diebe

13. Februar 2016 - 1:48 Uhr

Ein Jahr nach dem Diebstahl des Schriftzuges 'Arbeit macht frei' aus der polnischen Gedenkstätte Auschwitz ist der Schwede Anders Högström zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und acht Monaten verurteilt worden. Das entschied das Bezirksgericht in Krakau. Zwei polnische Komplizen müssen für zweieinhalb Jahre beziehungsweise zwei Jahre und vier Monate hinter Gitter, wie Gerichtssprecher Rafal Lisak sagte.

Der Diebstahl des Schildes, das als ein Symbol der Nazi-Verbrechen gilt, hatte weltweit Empörung hervorgerufen. Der Schriftzug 'Arbeit macht frei' war in der Nacht zum 18. Dezember 2009 vom Eingangstor des früheren NS-Lagers entwendet und nach wenigen Tagen beschädigt wiedergefunden worden. Die Diebe hatten den Schriftzug in drei Teile zersägt und im Wald vergraben.

Die Richter folgten dem Antrag der Angeklagten, die sich den Angaben zufolge mit der Staatsanwaltschaft auf das Strafmaß geeinigt hatten. Das Urteil konnte deshalb ohne Verhandlung gefällt werden, so der Gerichtssprecher. Högström war im April an Polen ausgeliefert worden. Er soll die Strafe in seinem Heimatland absitzen. Drei weitere polnische Komplizen waren bereits vorher zu Haftstrafen zwischen eineinhalb und zweieinhalb Jahren verurteilt worden.