2018 M12 13 - 21:48 Uhr

Gisela O. muss ins Gefängnis

Das Landgericht Osnabrück hat eine ehemalige Realschullehrerin verurteilt. Die 66-Jährige hatte Medikamentenrechnungen gefälscht und damit fast eine Million Euro ergaunert. Gisela O. muss nun wegen gewerbsmäßigen Betrugs in 112 Fällen und Urkundenfälschung für zwei Jahre und zehn Monate ins Gefängnis. Wie die Verurteilte das Urteil aufgenommen hat, erfahren Sie im Video.

Lehrerin wollte zur besseren Gesellschaft gehören

Die ehemalige Lehrerin hat sich über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren ein Luxusleben ermöglicht, indem sie sich durch Rezeptfälschungen 900.000 Euro erschlich. Die damalige Realschullehrerin wollte zur schicken Osnabrücker Gesellschaft gehören. Damit ist nun Schluss. "Sie sind mit ihren 66 Jahren nun ganz unten angekommen", sagte die Vorsitzende Richterin Annegret Quere-Degener der Angeklagten nach der Begründung ihres Urteils.

"So viel Medizin kann doch niemand konsumieren"

Der Schwindel flog nur durch Zufall auf. Die ehemalige Lehrerin besorgte sich die Rezepte bei drei Osnabrücker Ärzten und kopierte sie zu Hause. Die Richterin wunderte sich darüber, dass keiner Behörde aufgefallen sei, wie viele Medikamente die Frau angeblich nahm. "So viel Medizin kann doch niemand konsumieren", sagte die Richterin.

Nach Jahren wurde eine Mitarbeiterin beim Niedersächsischen Landesamt für Bezüge und Versorgung (NLBV) misstrauisch und hakte bei den Ärzten nach. So flog der Schwindel schließlich auf.

Durch eine Versteigerung der Luxusgüter und den Verkauf des Hauses sind 700.000 Euro zusammengekommen. So konnte zumindest ein Teil des Schadens beim NLBV wiedergutgemacht werden. Zurzeit lebt die 66-Jährige von 1.300 Euro im Monat. Besonders bitter für die Betrügerin: Ihre Rentenansprüche, auf die sie als Beamtin Anrecht gehabt hätte, sind aufgrund ihrer Haftstrafe verfallen.