Haftbefehl gegen abgeschobene Terrorverdächtige verkündet

16. Januar 2020 - 13:10 Uhr

Eine aus der Türkei abgeschobene Terrorverdächtige ist in Hamburg verhaftet worden. "Ein Ermittlungsrichter am Oberlandesgericht hat den Vollzug der Untersuchungshaft angeordnet", sagte Oberstaatsanwältin Nana Frombach am Donnerstag nach der Verkündung des Haftbefehls. Die 30-Jährige war am Mittwochabend mit einem Flugzeug aus Istanbul nach Hamburg gekommen. Am Flughafen wurde sie festgenommen, wie die Bundespolizei bestätigte. Zuvor hatte "bild.de" berichtet. Im Flieger saßen nach dpa-Informationen neben der Frau aus Norderstedt auch ihre beiden Söhne im Alter von zwei und vier Jahren.

Der Frau wird nach Angaben der Hamburger Staatsanwaltschaft Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland und ein Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz vorgeworfen. Das Innenministerium in Ankara hatte via Twitter über die Abschiebung von "ausländischen Terroristenkämpfern" informiert.

Die Türkei schiebt seit Wochen Menschen mit angeblichen Verbindungen zu Terrororganisationen in ihre Heimatländer ab. Die Frau soll aus dem Gefangenenlager Ain Issa in Syrien geflohen sein. Das türkische Militär hatte am 9. Oktober in Nordsyrien nahe der Grenze zur Türkei eine Offensive gegen die Kurdenmiliz YPG begonnen, die von der türkischen Regierung als Terrororganisation betrachtet wird. Dabei wurden offiziellen Angaben zufolge auch 287 Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) festgenommen, darunter Frauen und Kinder. Die YPG hatte zahlreiche IS-Kämpfer und Angehörige in Haft gehalten.

Quelle: DPA