Schausteller in Angst um ihre Existenz

Corona-Krise in Deutschland: Fallen jetzt alle Volksfeste aus?

27. März 2020 - 10:11 Uhr

Corona-Pandemie: Alle Veranstaltungen vorerst abgesagt

Der Augsburger Plärrer, das Nürnberger Frühlingsfest oder der Hamburger Hafengeburtstag – wegen der Corona-Krise in Deutschland sagen viele Städte ihre traditionellen Volksfeste ab. Statt sorglosem, fröhlichen Treiben ist vorerst Abstand halten und zuhause bleiben angesagt. Für die Schausteller ist das eine Katastrophe, denn ihnen brechen plötzlich wichtige Einnahmen weg. Im Video erklärt Traditionsschausteller Oscar Bruch wie er mit seinem Familienunternehmen jetzt ums Überleben kämpft.

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Schausteller Oscar Bruch hoffe, dass es im Juli weitergeht

Kontaktverbote und Ausgangsbeschränkungen verhindern aktuell Menschenansammlungen aller Art, doch genau davon leben Oscar Bruch und seine Angestellten. Noch ist völlig unklar, wann es weitergehen kann. Im April findet deutschlandweit wohl keine Kirmes statt. Aber auch für Mai und Juni werden bereits jetzt zahlreiche Volksfeste abgesagt.

Mitte Juli soll in Düsseldorf die "Größte Kirmes am Rhein" starten – Oscar Bruch plant immer noch fest damit, dass die stattfinden wird. Und auch die Vorbereitungen für das Oktoberfest in München im September laufen wie geplant weiter. Trotzdem wissen alle: Ob die Veranstaltungen auch stattfinden können, hängt vor allem davon ab, wie sich das Coronavirus in Deutschland weiter ausbreitet.

Ohne Volksfeste keine Schausteller - ohne Schausteller keine Volksfeste

Um ihre Ausrüstung nicht nutzlos in den Winterquartieren und Lagerhallen verstauben zu lassen, haben jetzt viele Schausteller auch örtlichen Hilfsorganisationen Hilfe angeboten. So sollen zum Beispiel dem technischen Hilfswerk ungenutzte Autokräne kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Aber auch Lieferwagen oder Drehorgeln könnten vom Deutschen Roten Kreuz oder den örtlichen Krankenhäusern und Kommunen genutzt werden, erklärte Kevin Kratzsch, Vizepräsident des Deutschen Schaustellerbundes. "Hier bitten wir, sich dann bei den regionalen Schaustellern zu melden und nach Hilfe zu fragen", sagte er.

Wenn Schausteller in Folge der Absagen insolvent gehen würden, hätte das dem Verband zufolge weitreichende Folgen. "Viele große und wertvolle Veranstaltungen wären dann nicht mehr durchführbar, weil es uns einfach nicht mehr gibt", sagte Kratzsch. Er rief deshalb dazu auf, die Schausteller zu retten.

Schaustellern geht nach der Winterpause das Geld aus

Während der Winterpause hatten die Schausteller keine Einnahmen – im Gegenteil: Viele haben in ihre Ausstattung investiert, um gut für die anstehenden Frühlingsfeste gerüstet zu sein. Doch die fallen jetzt aus und damit bricht den Schaustellern auch die Möglichkeit weg, das aufgebrachte Geld wieder reinzuholen.

Auch Oscar Bruch hat eine seiner Achterbahnen für zwei Millionen Euro modernisieren lassen. Das Geld fehlt dem Familienunternehmen jetzt. Trotzdem ist er zuversichtlich, dass er es schaffen wird, seinen 1848 gegründeten Traditionsbetrieb irgendwie durch die Krise zu retten. Die Schaustellerdynastie hat immerhin schon zwei Weltkriege überstanden.

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