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Härtere Strafen für Wohnungseinbrecher - bringt das was?

Härtere Strafen für Wohnungseinbrecher - bringt das was?

Kabinett beschließt Gesetzesänderung

Wohnungseinbruch soll künftig wie ein schweres Verbrechen geahndet werden. Das Bundeskabinett brachte jetzt eine Gesetzesänderung auf den Weg, wonach für den Einbruch in eine "dauerhaft genutzte Privatwohnung" künftig eine Mindeststrafe von einem Jahr gelten soll.

Aufklärungsquote sehr gering

Bislang ist hier ein Strafrahmen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren vorgesehen - und in "minder schweren Fällen" eine Strafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren. Künftig soll der Strafrahmen zwischen einem und zehn Jahren liegen. Minder schwere Fälle soll es beim Einbruch in Privatwohnungen künftig gar nicht mehr geben.

Zuletzt war die Zahl der Wohnungseinbrüche zwar leicht gesunken, bundesweit werden jedoch nicht einmal 17 Prozent der Fälle aufgeklärt.

Vorratsdatenspeicherung künftig erlaubt

ARCHIV - ILLUSTRATION - Ein "Einbrecher" hebelt am 08.10.2016 mit einem Brecheisen eine Tür im Keller eines Wohnhauses in Rottweil (Baden-Württemberg) auf (gestellte Szene).  (Zu dpa "«Wams»: Zahl tatverdächtiger Zuwanderer steigt um gut 50 Prozent")
Ein "Einbrecher" hebelt mit einem Brecheisen eine Tür im Keller eines Wohnhauses auf (gestellte Szene).
cul bwe wst, dpa, Silas Stein

Union und SPD hatten sich bereits Ende März im Koalitionsausschuss auf schärfere Strafen bei Wohnungseinbrüchen verständigt. Streit gab es in den vergangenen Wochen aber noch über die Frage, in welchem Umfang Handy- und andere Kommunikationsdaten von mutmaßlichen Einbrechern abgefragt werden dürfen. Das verzögerte das Vorhaben.

Vereinbart ist nun, dass Einbrüche in Privatwohnungen mit auf die Liste jener Delikte kommen, bei denen Ermittler die sogenannte Vorratsdatenspeicherung nutzen dürfen - bei denen sie also unter bestimmten Bedingungen auf Daten zurückgreifen dürfen, die Telekommunikationsanbieter für bis zu zehn Wochen speichern müssen. Bislang ist dies nur bei einer Reihe von Straftaten wie bei der Bildung terroristischer Gruppen, Mord oder sexuellem Missbrauch möglich.

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"Es wird uns leichter fallen, Verbrecher zu fangen"

Sebastian Fiedler vom Bund Deutscher Kriminalbeamter befürwortet die Gesetzesänderung: "Es geht weniger um eine Abschreckungswirkung, sondern es eröffnet uns mehr Ermittlungsmöglichkeiten", so der Experte. "Es wird uns dadurch leichter fallen, Verbrecher zu fangen." Auch die Überführung von Banden werde durch die Vorratsdatenspeicherung vereinfacht, glaubt er. Zudem sei es künftig leichter, vorläufige Festnahmen bei einem Haftrichter durchzusetzen.

Nichts im Schlafzimmer oder Wohnzimmer verstecken

Wie kann man sich gegen Einbrecher schützen, wie kann man ihnen erschweren, Wertsachen zu finden? Hermann Wenning rät zu kreativen Verstecken – beispielsweise Geldscheine unter der Sohle von Laufschuhen, oder ein Etui in einer Essensverpackung. "Der Einbrecher vermutet Wertsachen eher im Schlafzimmer, im Wohnzimmer und natürlich auch in der Küche. Also Bad wird eher als letztes oder auch gar nicht durchsucht", sagt er.

Der Mann weiß, wovon er spricht – er brach früher selbst in Häuser ein, weil er Geld für Drogen brauchte, heute arbeitet er als Sozialarbeiter. Generell findet er: "Man sollte Schmuck und Bargeld am besten in einem Schließfach oder bei der Bank aufbewahren."

Wenn an Ihrem Haus Zeichen eingeritzt oder aufgemalt sind, könnten es die Geheimcodes von Einbrechern, Trickbetrügern oder Bettlern sein. Auch die Polizei warnt, wenn sie diese Zeichen an Haus, Briefkasten oder Gartenzaun finden. Hier erfahren Sie, was die Zeichen wirklich bedeuten.