Nach Hackerangriff auf Promis und Politiker

Hacker (22) zu neun Monaten Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt

Das Amtsgericht Alsfeld hat einen jungen Hacke zu neun Monaten Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt.
© dpa, Arne Dedert, ade tba

23. September 2020 - 17:14 Uhr

Junger Hacker nach Cyberattacke verurteilt

Das Amtsgericht Alsfeld hat Johannes S., der sich massenhaft Daten von Prominenten und Politikern verschafft hatte, zu neun Monaten Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt. Das Urteil sei rechtskräftig, teilte das Gericht am Mittwoch mit. 

Bewährungszeit liege bei zwei Jahren

Der 22-jährige junge Hacker aus Homberg (Ohm) habe die Vorwürfe in der nicht-öffentlichen Verhandlung vor dem Jugendschöffengericht eingeräumt. Die Bewährungszeit liege bei zwei Jahren. Verurteilt wurde er unter anderem wegen Ausspähens von Daten und Datenhehlerei.

Fall sorgte bundesweit für Aufsehen

Der Fall hatte Anfang 2019 bundesweit für großes Aufsehen gesorgt. Den Ermittlungen zufolge hatte der heute 22-Jährige aus Ärger über öffentliche Äußerungen seiner Opfer angefangen, private Daten wie Adressen, Telefon- und Kreditkartennummern sowie Korrespondenzen zu sammeln. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter veröffentlichte er die Daten schrittweise in einer Art «Adventskalender».

Der Prozessauftakt fand ohne Presse und Zuschauer statt, weil der Angeklagte zum Tatzeitpunkt als Jugendlicher beziehungsweise Heranwachsender galt. Um ihn zu schützen, verbot das Gericht Ton- und Bildaufnahmen im Gerichtsgebäude.