Hacker-Affäre: Nordkorea richtet martialische Drohungen an die USA

© dpa, Brendan McDermid

22. Dezember 2014 - 13:20 Uhr

Auch Spannungen zwischen Washington und Peking

Im Streit um die Cyber-Attacke auf Sony Pictures hat Nordkorea seinen Ton gegenüber den USA verschärft. Die Nationale Verteidigungskomission drohte mit einem militärischen Angriff auf US-Boden, wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf nordkoreanische Staatsmedien berichtete.

Nordkorea werde einen "ultra-harten Reaktionskrieg führen, der sich gegen das gesamte US-Festland richtet", hieß es demnach in der Erklärung des mächtigsten Entscheidungsgremiums des Landes. Pjöngjang warnte, "die Streitkräfte und die Bevölkerung sind zu einer Konfrontation mit den USA in allen Kriegsbereichen einschließlich des Cyber-Kriegsraums bereit, um diese Zitadellen in die Luft zu sprengen". US-Präsident Barack Obama hatte mit einer "angemessenen Reaktion" auf den Hacker-Angriff gedroht. Die USA machen Nordkorea für die Attacke verantwortlich.

Nach dem Hackerangriff hatten die USA der 'New York Times' zufolge China um Unterstützung gebeten. Peking solle helfen, künftige nordkoreanische Cyberattacken zu blockieren. Eine Zusammenarbeit mit China habe entscheidende Bedeutung, weil praktisch die gesamte Telekommunikation Nordkoreas über von China betriebene Netzwerke laufe.

Bisher sei keine Antwort aus Peking gekommen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf US-Regierungsbeamte. Es sei unklar, ob China helfen werde, da es auch zwischen Washington und Peking Spannungen wegen Cyberaktivitäten gebe. Das US-Justizministerium hatte im Mai fünf Hacker angeklagt, die wichtige Daten von US-Firmen gestohlen und für das chinesische Militär gearbeitet haben sollen.

Darüber hinaus droht Obama Nordkorea damit, das Land wieder auf die Liste der Terror-Unterstützer zu setzen. Dies sei einer der Schritte, die erwogen würden, sagte der US-Präsident in einem CNN-Interview.